14.07.2026  Pressemeldung Alle News von GROHE

GROHE: Von der Planung bis zur Wartung - Vier Säulen der Trinkwasserhygiene

Von Stagnationsvermeidung bis Wartung - normkonforme Lösungen für sichere Installationen • Verschärftes Keimrisiko durch steigende Kaltwassertemperaturen erfordert durchdachte Anlagenplanung und wassersparende Armaturen • Infrarot-Armaturen, Thermostate und AquaBooster Technologie von GROHE erleichtern die Einhaltung rechtlicher Vorgaben

Stagnierendes Wasser und zu hohe Temperaturen am Hausanschluss gefährden die Trinkwasserqualität in haustechnischen Anlagen und bergen damit Gesundheitsrisiken. Für das Jahr 2024 registriert das Robert Koch-Institut in Deutschland anhaltend hohe und weiter steigende Legionellose-Fallzahlen.1 Vier Säulen bilden die Grundlage für fachgerechte Installationen und dauerhafte Trinkwassergüte.

Trinkwasser gehört in Deutschland zu den am strengsten kontrollierten Lebensmitteln und ist grundsätzlich sicher. Doch wenn es zum Beispiel während einer Reise länger in Leitungen und Armaturen steht, können Bakterien wie Legionellen und E. coli sowie Parasiten und weitere Keime für Menschen gesundheitsschädliche Konzentrationen erreichen. Die klimabedingte Erwärmung des Erdbodens verschärft dieses Risiko, denn höhere Kaltwassertemperaturen am Hausanschluss beschleunigen die Keim-Vermehrung; wenn Bewohner:innen aufgrund ihres Umweltbewusstseins oder steigender Kosten weniger Wasser nutzen, kann das durch mehr Stagnation ebenfalls zu einem höheren Gesundheitsrisiko führen.

Keim-Risiken in Großanlagen und Privathäusern

Das Robert-Koch-Institut berichtet für das Jahr 2024 in Deutschland von mehr als 2.200 gemeldeten Fällen von Legionellose, die in der schwerer verlaufenden Form mit Lungenentzündung als Legionärskrankheit bekannt ist; weil Legionellen als Ursache von Lungenentzündungen oft nicht entdeckt werden, liegt die tatsächliche Inzidenz wohl deutlich höher.2 Gerade für Menschen mit einem geschwächten Immunsystem ist eine Legionellen- Infektion gefährlich. Während Großanlagen wie Hotels regelmäßig geprüft werden, geraten Ein- und Mehrfamilienhäuser seltener in den Fokus - obwohl auch hier Kontaminationsrisiken bestehen. Um Nutzer:innen zu schützen und damit auch Haftungsrisiken auszuschließen, müssen Fachbetriebe Normen und Richtlinien bereits in der Planungs- und Installationsphase konsequent berücksichtigen. Diese vier Säulen bilden die Grundlage für sicheres und sauberes Wasser.

Erste Säule: Wasser muss fließen

Das wussten schon die alten Römer: Wasser darf nicht stagnieren und „tote Strecken“, in denen Wasser steht, sind zu vermeiden. Eine Faustformel: Ist an einer Entnahmestelle bis zu 72 Stunden lang kein Wasser entnommen worden, muss mit Warm- und Kaltwasser gespült werden - und zwar gleichzeitig über alle Entnahmestellen, um eine ausreichend starke Durchströmung zu gewährleisten. Bei mehr als 72 Stunden bis zu maximal vier Wochen ohne einen Wasserwechsel sind alle Armaturen gemäß DIN EN 806-5 für fünf Minuten vollständig zu öffnen oder so lange, bis die Normtemperaturen von höchstens 25 °C für Kaltwasser und mindestens 55 °C für Warmwasser erreicht wurden. Einen regelmäßigen Wasseraustausch können elektronisch gesteuerte Armaturen mit Zwangsspülung gewährleisten. Bei allen Infrarot­gesteuerten Produkten von GROHE - darunter Armaturen aus der Serie GROHE Eurosmart Cosmopolitan E und GROHE Bau Cosmopolitan E sowie GROHE Tectron Betätigungsplatten - können Auslösezeit und Spüldauer so eingestellt werden, dass bedenkliche Stagnationszeiten nicht überschritten werden.

Zweite Säule: Berechnung der Trinkwasseranlage und Auswahl geeigneter Zapfstellen

Eine Berechnung der Rohrdimensionierung nach DIN 1988 Teil 300 ist unerlässlich, um die Wassermenge in der Anlage zu minimieren und damit einen schnellen Wasseraustausch zu garantieren. Bei der Auswahl der Zapfstellen in Neuanlagen sollte darauf geachtet werden, dass Armaturen und Duschsysteme zur Anwendung kommen, die so wenig Wasser wie möglich verbrauchen - und dabei zugleich das Komfortbedürfnis der Kundinnen und Nutzerinnen bedienen. Kompromisslose Leistung bei reduzierter Durchflussmenge bieten Prod ukte mit der AquaCalibrator Technologie von GROHE, zum Beispiel Armaturen aus der GROHE Eurosmart3 oder GROHE Cubeo4 Familie sowie zahlreiche Duschköpfe.5 Seit April 2026 neu im Portfolio von GROHE ist die AquaBooster Technologie. Sie versetzt das Wasser in derneuen GROHE Euphoria 120 Handbrause in extrem schnelle Schwingung, verteilt es auf zwei separate Kammern und bündelt den Druck über gezielt angeordnete Düsen zu dem belebenden Booster Strahl. Ein Durchflussbegrenzer reduziert dabei den Wasserverbrauch.6 So lassen sich gegenüber einer herkömmlichen Handbrause mehr als vier Liter Wasser pro Minute einsparen - ein wichtiges Argument für Auftraggeber:innen und Betreiber:innen.

Dritte Säule: Einhaltung von sicheren Temperaturen

Bei Temperaturen zwischen 25 und 55 °C fühlen sich Wasserkeime ausgesprochen wohl. Um eine schnelle Vermehrung zu vermeiden, sollte im gesamten Netz eine Warmwassertemperatur von mindestens 55 °C eingehalten werden und Kaltwasser innerhalb von 30 Sekunden mit einer Temperatur von höchstens 25 °C an der Zapfstelle ausfließen. Da es bei den genannten Warmwassertemperaturen schnell zu Verbrühungen kommen kann, empfiehlt es sich, thermostatische Mischventile an den Zapfstellen einzuplanen, um Nutzer:innen zu schützen. GROHE Thermostate wie Grohtherm gewährleisten präzise Temperaturkontrolle und verhindern gefährliche Schwankungen. Die integrierte GROHE CoolTouch-Technologie sorgt zusätzlich dafür, dass die Armaturoberfläche auch bei heißem Wasser angenehm kühl bleibt. Damit die genannten Temperaturen binnen 30 Sekunden nach dem vollen Öffnen einer Armatur erreicht werden und kein Wasser in der Leitung stagniert, werden Rohrleitungen oft durchgeschleift. Im Warmwasserbereich sollte auf das Durchschleifen verzichtet und eine Stagnationsstrecke von höchstens 150 Millimetern eingehalten werden; alternativ sollten Brause- und Wannenarmaturen thermisch entkoppelt werden, damit sie nicht als thermische Brücke zum Kaltwassersystem wirken und es so auf hygienisch bedenkliche Temperaturen erwärmen.

Vierte Säule: Absicherung und Wartung der Trinkwasseranlage

Sicherungseinrichtungen der Schutzmatrix müssen gemäß DIN EN 1717 erfolgen, um die Trinkwassergüte dauerhaft zu erhalten. Auch eine routinemäßige Wartung und Inspektion der Trinkwasseranlage nach DIN EN 806-5 trägt dazu bei.

Auch Installateur:innen in der Verantwortung

„Trinkwasserhygiene beginnt bei der Planung und endet bei der regelmäßigen Wartung“, betont Heiko Bonin, Leader Training Central Europe bei GROHE und Experte für Trinkwasserhygiene. „Mit intelligenten Produkten und fachgerechter Installation können wir die Gesundheit der Nutzer:innen schützen. Planer:innen und Installateur:innen müssen von Beginn an die aktuellen Normen und Richtlinien berücksichtigen, um den gesetzlichen Anforderungen gerecht zu werden und dauerhaft eine hohe Trinkwassergüte sicherzustellen.“

1 Robert-Koch-Institut (2026): Infektionsepidemiologisches Jahrbuch meldepflichtiger Krankheiten für 2024. edoc.rki.de/bitstream/handle/176904/13608/Jahrbuch 2024.pdf

2 von Baum H, Ewig S, Marre R et al., Competence Network for Community Acquired Pneumonia Study Group (2008): Community- acquired Legionella pneumonia: New insights from the German competence network for community acquired pneumonia. Zitiert nach Robert-Koch-Institut (2021): RKI-Ratgeber Legionellose.

3 Durchflussrate 3,5-5 l/min bei 3 bar im Vergleich zu EN 817 Klasse A (15 l/min bei 3 bar).

4 Durchflussrate 3,5-5 l/min bei 3 bar im Vergleich zu EN 817 Klasse A (15 l/Min. bei 3 bar).

5 Duschlösungen mit durchflussreduzierender Technologie im Vergleich zu EN 1112 Klasse A (12-15 l/min bei 3 bar)

6 Alle GROHE AquaBooster Handbrausen verfügen über einen integrierten Durchflussbegrenzer. Die Durchflussraten variieren je nach Modell (5-7,9 l/min bei 3 bar) im Vergleich zu EN 1112 Klasse A (12-15 l/min bei 3 bar).

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