Die in die Jahre gekommene Altanlage musste modernen Geräten weichen. Bild: Bernd Bücker
30.09.2021  Pressemeldung Alle News von Remeha

Remeha: BHKW und Spitzenlastkessel für Traditions-Café

Das traditionelle Café mit Konditorei Spetsmann in Iserlohn benötigte ein neues Heizsystem. Neben der Versorgung des Objekts mit Wärme müssen der hohe Warmwasser- und der Strombedarf effizient gedeckt werden. Nach langen Diskussionen mit diversen Energieberatern fand sich ein passendes System aus dem Hause Remeha. Eine Vorserienanlage aus BHKW und Brennwertgerät im Gasbetrieb entsprechen den Wünschen des Bauherren und bieten zudem einen Mehrwert in punkto Kommunikation.

Eine neue Heizungsanlage war im Konditorei-Café Spetsmann längst überfällig. Grundsätzlich versucht Geschäftsführer Bernd Bücker darauf zu achten, dass die Technik einen effizienten Stand abbildet. Daher wurde im letzten Jahr bereits der Backofen gegen ein neueres Modell ausgetauscht und in diesem Zuge von Strom auf Gas umgestellt. Auch die Heizungsanlage sollte nun folgen. Allerdings wollte der Spezialist für Backwaren an dieser Stelle keine überstürzte Entscheidung treffen. Er hatte klare Vorstellungen, wie eine solche Anlage aussehen sollte und welche Rahmenbedingungen mit ihr abgedeckt werden müssen. Dabei sollte die wirtschaftliche Betrachtung neben dem Umweltgedanken oberste Priorität haben.

Besonderheit des Objekts

Das Gebäude wurde schon immer als Café mit Konditorei genutzt und ist daher recht weitläufig. Insgesamt umfasst der Nutzbereich rund 650 m², der sich auf Sozialräume, sämtliche Backstuben und Vorbereitungsräume sowie drei Wohnungen mit je 100 m² verteilen. In einem angeschlossenen Gebäudeteil befinden sich noch sechs weitere Wohnungen, die allerdings über eine gesonderte Gastherme im Nachbargebäude beheizt werden. Die Wärmeübertragung in dem Haus aus gebrannten Ziegeln wird mittels Heizköpern realisiert. Da die Rohrleitungen im Gebäude immer durchsaniert wurden, konnte die gesamte Hydraulik weiter genutzt werden.

Die Anforderung: Die neue Anlage muss genug Leistung effizient erbringen, damit der extrem hohe Warmwasserbedarf kostengünstig gedeckt werden kann. Dieser schlägt mit 1.500 bis 2.000 l pro Tag zu buche. Das liegt vor allem in den 14.000 bis 15.000 Spülvorgängen der Spülmaschinen begründet. Zudem müssen alle Flächen immer hygienisch rein sein und daher mit 65 bis 70 °C heißem Wasser gereinigt werden. Darüber hinaus soll selbstverständlich auch die Gebäudebeheizung möglichst wirtschaftlich erfolgen.

Vorgespräche mit Hürden

Die ersten Vorgespräche mit Energieberatern und SHK-Unternehmern liegen bereits zwei Jahre zurück. Diverse Anlagen waren im Gespräch – von der Standardlösung bis zu Lösungen auf rein erneuerbarer Energien-Basis erstreckte sich das Angebot. Auch das Thema BHKW wurde schon recht früh thematisiert. Allerdings wurde diese mit Absorbertechnologie angeboten, was aus wirtschaftlicher Sicht nicht tragbar war. Die Umbaumaßnahmen wären zu groß gewesen. In der gesamten Orientierungsphase kam leider noch der Lockdown hinzu. Betreiber und Geschäftsführer Bücker musste daher erstmal auf Pause drücken.

Im weiteren Verlauf stieß das SHK-Unternehmen Beielstein, ebenfalls aus Iserlohn, zu den Planungen hinzu. Björn Beielstein, Geschäftsführer des Betriebs, arbeitet schon seit geraumer Zeit mit Remeha zusammen. Daher lag es für ihn nahe, den Hersteller für ein Konzept ins Boot zu holen. Da die Zielkoordinaten eindeutig waren, wurde schnell ein hybrides System gefunden, das alle Wünsche des Bauherren abdeckt. Die Wahl fiel auf eine Kombination aus dem neuen BHKW ELW 5.5 Ace und einem Gas-Brennwertgerät als Spitzenlastkessel vom Typ GAS 120 Ace.

Thorsten Lamers, Projektleitung Anlagen- und Systemtechnik in der Region West bei Remeha, hat das Projekt begleitet. Er stellte dem Bauherren das System vor und erklärte die Besonderheiten, denn diese Konstellation mit dem neuen BHKW war die erste, die der Hersteller installieren ließ. Ein Highlight liegt in der BHKW-Regelung: Diese kann mit dem Spitzenlastkessel kommunizieren und dient als Hauptschnittstelle. Über einen gemeinsamen Onlinezugang können das BHKW und der Kessel von der Ferne überwacht, Parameter angepasst und Stör- und Betriebsmeldungen ausgelesen und ggf. geändert werden.

Leichte Installation im Sommer

Die Installation der Heizanlage ging rasch von der Hand. Trotz des Alters des Gebäudes war für die Einbringung genügend Platz vorhanden. Dazu wurde die PKW-Garage auf der Rückseite des Gebäudes genutzt, die über einen Anschluss an die Kellerräume verfügt. Dadurch musste kein Gerät durch die Flure und Treppenhäuser transportiert werden. Zudem konnte die Garage als Lagerraum und als Aufstellort für die Übergangsheizung genutzt werden. Dadurch, dass die Anlage im Sommer installiert wurde, konnte zwar auf die Beheizung verzichtet werden. Der Warmwasserbedarf musste aus hygienischer Sicht aber weiter sichergestellt werden. Eine mobile externe Lösung kam nicht in Frage, da das Objekt im Innenstadtbereich steht. Hier hatte Installateur Björn Beielstein eine schnelle Lösung: Er montierte eine Anlage auf einer Europalette und schloss diese provisorisch an die Hydraulik an. So konnte der Betrieb für die Bauzeit von insgesamt sechs Wochen wie gewohnt weitergehen.

Auch der Aufstellraum bot in Sachen Abgastechnik die Voraussetzungen für die eine Installation. So standen aus den Zeiten der Kohleheizung drei Züge zur Verfügung. Diese konnten für Backofen, BHKW und Gas-Brennwertgerät eingesetzt werden. Aufgrund der Höhe des bestehenden Schornsteins von 24 m war eine Zusammenlegung der Abgasführung nicht möglich.

Zu den Geräten

Installiert wurden ein Gasbrennwertgerät Gas 120 Ace als Spitzenlastkessel, ein BHKW ELW 5.5 Ace sowie ein Pufferspeicher mit 800 l Volumen. Dazu kam ein Warmwasserspeicher HFS 750, der im Durchlaufprinzip Warmwasser produziert. Der bodenstehende Gas-Brennwertkessel liefert Leistungen von 16 bis 90 kW. Technisch punktet das Gerät durch seinen speziell entwickelten Monoblock-Wärmetauscher aus Aluminium/Silizium. Damit ist ein hoher Wirkungsgrad von bis zu 108 % möglich, was dem Wunsch nach Effizienz des Bauherrn entspricht. Bei der Installation halfen die einzelnen Features, die der Wärmeerzeuger mit sich bringt, beispielsweise die geringen Abmaße von 600 x 600 x 1.562 mm und das Gewicht von 109 kg. Transportrollen am Kesselboden und Handgriffe an der Kesselrückseite erleichtern ebenfalls die Aufstellung. Im Bereich der Servicefreundlichkeit punktet die Anlage ebenso: Das Gehäuse verfügt über eine LED-Innenbeleuchtung, die sich automatisch beim Öffnen einschaltet. Zudem sind alle Komponenten so angeordnet, dass sie leicht erreichbar sind. Die Leitungen im Gerät lassen sich mit Clips schnell und einfach lösen, sodass ein bequemes Arbeiten an jeder Stelle ermöglicht wird.

Das BHKW unterstützt die Anlage in drei Leistungsstufen von thermisch 7,5 bis 14,8 kW und elektrisch mit 2,85 bis 5,5 kW. Durch die Abmessungen von 1.070 x 720 x 1.270 mm (TxBxH) und dem Gewicht von 580 kg konnte auch dieses Gerät problemlos in den Aufstellraum transportiert werden. Im Wesentlichen zeichnet sich das BHKW von Remeha durch einen Einzylinder-Viertakt-Spezialmotor aus, der den Permanent-Magnetgeneratorläufer direkt von der Kurbelwelle aus - ohne Leistungsverluste - antreibt. Der Generator arbeitet, geräuscharm, bürstenlos mit hohem elektrischen Wirkungsgrad und ist damit wartungsfrei. Das Motorkonzept des ELW 5.5 Ace ermöglicht niedrigste NOX-Werte. Ein integrierter Katalysator konvertiert CO und HC nachhaltig. Die Kapselung des BHKW wurde so konzipiert, dass der Schalldruckpegel in einem Meter Abstand vom Gerät lediglich 48 dB(A) beträgt. Beim Einsatz von Flüssiggas sind es nur 47 dB(A).

Die integrierte Microcontroller-Regelung steuert die Hybridanlage intelligent nach dem Wärme- und Strombedarf des Gebäudes in drei Leistungsstufen. Darüber hinaus werden die Überwachungsfunktionen für den Gasfluss, die Abgastemperatur und den Heizkreisanschluss durch zwei redundante Mikrocontroller realisiert, die sich gegenseitig überwachen. Die Bedienung der Regelungsprogramm sowie der Betriebs- und Anlagendaten erfolgt problemlos bzw. intuitiv über ein 7-Zoll-Touchdisplay.

SHK-Unternehmen mit besonderem Service

Damit das Installationsunternehmen Beielstein seinen Kunden auch nach der Installation einen optimalen Service bieten kann, hat sich Geschäftsführer Björn Beielstein etwas überlegt: Jede seiner Anlagen bekommt eine Anlagennummer und wird in einem System hinterlegt. Diese Daten werden als Sticker mit QR-Code auf die Anlage geklebt. Der Kunde erreicht darüber eine Meldeseite, unter der er sein Anliegen schnell und unkompliziert mitteilen kann. Der Betreiber hat zudem die Möglichkeit, über diesen Weg eine Störung zu melden und sie ggfs. als Notdienstmeldung zu deklarieren. Die Meldung wird ohne Umwege an den zuständigen Mitarbeiter geleitet. Dadurch verliert der Kunde keine Zeit mehr mit langen Erklärungen am Telefon, denn alle Anlagendaten liegen beim Unternehmen vor. Zukünftig will der Entwickler Beielstein eine App für solche Vorgänge anbieten. Auch eine Anbindung an die CMS-Bürosoftware ist in Planung, sodass sich sämtliche Arbeiten dokumentiert und zusammengefasst einsehen lassen. So weiß der Kundendienst immer, was der Kollege ggfs. schon umgesetzt hat. Der Service rundet die ganze Anlage ab.

Zufriedenheit auf ganzer Linie

„Ich weiß, wieviel Torten für eine Feier benötigt werden. Bei der Heizungsanlage muss ich mich allerdings auf Experten verlassen. Ich bin glücklich, dass ich mit Björn Beielstein und Thorsten Lamers die richtigen gefunden habe“, freut sich Bauherr Bernd Bücker. Alle Beteiligten sind zuversichtlich, dass die errechneten Prognosen mit der Realität übereinstimmen werden. Allerdings kann das erst nach dem Winter beurteilt werden. Aktuell läuft die Anlage ausfallsicher und effizient. Auch die Kommunikation zwischen den Wärmeerzeugern funktioniert wie erwartet. Damit ist die erste reine Remeha-Anlage in dieser Konstellation ein voller Erfolg. Weitere dieser Art werden im Bundesgebiet folgen.

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