
perma-trade: Die Wertschätzung macht´s.
Veranstaltet von perma-trade Wassertechnik und umgesetzt von der Made in Stuttgart Marketing- und Media GmbH fand am 13. Januar 2026 die zweite perma-talk Sendung mit Live-Chat statt. Dieses Mal stand das Thema Azubis und Fachkräftegewinnung im Fokus. Dazu tauschten sich Patrick Stimpfle, Geschäftsführer Wasser & Wärme Stimpfle und SHK-Ausbilder, Dirk Staiger, Geschäftsführer Technologie für Generationen e.V., und Maximilian Fauser als SHK-Prüfer, Ausbilder & Innungsmitglied aus. Auch die Zuschauer konnten sich via Live-Chat und Umfragen beteiligen. Im Gespräch kristallisierten sich klare Erfolgsfaktoren heraus, wie etwa das Thema „Wertschätzung“, eigenverantwortliches Arbeiten und Kommunikation auf Augenhöhe.
Wie können SHK-Betriebe die junge Zielgruppe für sich gewinnen, erfolgreich ausbilden und später auch als Fachkräfte behalten? Fragen wie diese bildeten die Gesprächsgrundlage für den zweiten perma-talk. Zum Einstieg ging es zunächst darum, wie die junge Zielgruppe am besten angesprochen und begeistert werden könne. Alle Beteiligten waren sich einig, dass persönliche Empfehlungen, oft auch „von Kumpel zu Kumpel“ oder das Kennenlernen eines Betriebs durch entsprechende Praktika-Angebote hier eine elementare Rolle spielten – eine Einschätzung, die auch durch die Zuschauer-Umfrage bestätigt wurde. Daneben leiste Social Media einen wichtigen Beitrag, um ein Unternehmen für die jüngere Zielgruppe zu öffnen und nahbar zu machen – idealerweise, wenn diese Kanäle von Azubis selbst bedient würden. „Lassen Sie die Jungen filmen und authentische Inhalte erstellen – das spricht ihre Generation an. Ältere Chefs sind da oft raus aus dem Thema, aber die Jungen haben Bock drauf“ riet Patrick Stimpfle, seines Zeichens ebenfalls Influencer mit vielseitiger Social-Media-Erfahrung. Heute wolle man keine „Hochglanzprospekte“ zur Firmenpräsentation, gerade Azubis fühlten sich viel stärker angesprochen von Betrieben, die sich nicht „perfekt“, sondern authentisch zeigten und in denen sich Azubis auch mal ausprobieren dürften.
Maximilian Fauser wies jedoch auch auf die wichtige Bedeutung der Außendarstellung eines Betriebes auf Basis eines professionellen Marketings hin: „Das beginnt mit einer ordentlichen Homepage, geht dann weiter über saubere Arbeitskleider und gepflegte Firmenfahrzeuge und auch über Social Media können sich Betriebe professionell platzieren, sympathisch und ehrlich nach außen zeigen und so ein Bild ihres guten Betriebsklimas vermitteln.“
Wertschätzung und Eigenverantwortung als Schlüssel
Ein allgemeiner Konsens bestand auch darin, dass spezielle Firmenbenefits toll seien, aber inzwischen auch bereits als „normal und gesetzt“ gelten. Den meisten Azubis gehe es laut Patrick Stimpfle nicht ums Geld – „sie wollen Wertschätzung. Geben Sie ihnen eigene Projekte und binden Sie sie aktiv in Baustellen und Nachbesprechungen ein. Das motiviert und schafft langfristige Bindung.“ Zum Thema Wertschätzung gehört für Dirk Staiger ganz klar auch ein Miteinander auf Augenhöhe. „Wir haben ja eine Azubi-Akademie, in der sich Azubis und Ausbilder austauschen können und stellen fest, dass die Kommunikation oft von oben nach unten hakt. Mein Wunsch wäre, dass nicht nur die Ausbilder, sondern vor allem auch die Monteure, die vor Ort auf der Baustelle ausbilden, etwas sensibler und empathischer mit den Mitarbeitern umgehen und anders auf deren unterschiedliche Persönlichkeiten und Lerntypen eingehen.“ Maximilian Fauser bestätigte die Aussage, dass häufig die Gesellen die eigentlichen Ausbilder seien. Er sehe oft auch selber in der Praxis, dass nicht jeder Geselle, auch wenn er selbst technisch top sei, auch automatisch als Ausbilder geeignet sei. Man müsse sich im Klaren darüber sein, wen man auf die Azubis „loslasse“, wenn einem daran gelegen sei, diese später im Betrieb zu halten. Laut Staiger betreffe dieser „Wohlfühlfaktor“ eines guten Betriebsklimas allerdings nicht nur die Kollegen, sondern auch die Kundenstruktur eines Betriebes. „Der Monteur ist im Prinzip zu 90 Prozent beim Endkunden draußen und nicht in der Firma. [...]. Und wenn ich dort ein paar schwierige Kunden habe, dann ist natürlich der ganze Tag ein Horror für den Mitarbeiter. [...] Betriebe sollten sich daher frühzeitig auf die Wunschkunden fokussieren, die auch für die Mitarbeiter gut zu betreuen sind – wir nennen sie „KKT-Kunden“, bei denen es idealerweise Kaffee, Kuchen und Trinkgeld gibt. Wer angenehme Kunden hat, wird auch zufriedene Mitarbeiter haben“ führte Staiger weiter aus.
Work-Life Balance?
Auch wenn es immer wieder für Debatten sorgt, inwieweit flexible Arbeitszeiten in einem Handwerksbetrieb überhaupt umgesetzt werden können, darf doch etwa eine 4-Tage-Woche als wichtiger Faktor zur Motivations- und Zufriedenheitssicherung bei den Mitarbeitern gelten. Maximilian Fauser ist überzeugt davon, dass „ es wirklich Modelle gibt, wo es sehr gut funktioniert. Man sollte das nicht einfach nur zur Seite stellen und von vornherein sagen, macht keinen Sinn, sondern man muss da wirklich mit seinen Mitarbeitern ins Gespräch gehen.“
Arbeit am Imagewandel
Grundsätzlich müsse die Branche natürlich auch am Image und Berufsbild des Anlagenmechanikers arbeiten. Patrick Stimpfle hob hervor, dass der Beruf des Anlagenmechanikers heute viel mehr als nur EIN Job sei, „der Anlagenmechaniker ist am Ende: Elektrofachmann, Heizungsbauer, kennt sich mit Trinkwasserhygiene und vielen weiteren Themen aus – die derzeit in aller Munde und topaktuell sind.“ Wärme, Wasser, saubere Luft seien Grundbedürfnisse und der SHK-Handwerker somit in gewisser Weise „Lebensretter“, ein Stück weit auch „Klimaretter“, wenn er sich auf Erneuerbare Energien spezialisiere, in jedem Fall jedoch „absolut systemrelevant“ betonte auch Dirk Staiger und führte weiter aus: „KI wird auch in Zukunft keine Heizung einbauen. Handwerker werden immer gebraucht werden, das ist ein sehr zukunftssicherer Job mit wahnsinnig vielen Entfaltungsmöglichkeiten.“
Wer perma-talk verpasst hat und gerne mehr zum Thema erfahren möchte, kann die komplette Sendung entweder auf Spotify abrufen open.spotify.com/episode/7pFOPxFj62ggjqQSX9x38d?si=_mo_pgEvTGy1pPaOyMsfsA oder über YouTube: youtu.be/SYrHDSsPsYU






