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20.07.2022  Pressemeldung Alle News von DEPI

DEPI: Energiekrise treibt Nachfrage nach Pelletheizungen

Branche steigert heimische Pelletproduktion | Pelletpreis Juli

Die Unruhe an den Energiemärkten beeinflusst den Pelletmarkt weiter in nicht vorhersehbarem Ausmaß. Verbraucherverunsicherung und der auch durch die Poli­tik motivierte Drang zur Bevorratung führt zu einer stark angestiegenen Nachfrage, was zu­sammen mit steigenden Rohstoff- und Produktionskosten im Juli zu einem weiteren Preis­sprung für Holzpellets führt. Wer aktuell keine Pellets benötigt, sollte diese Entwicklung nicht durch unnötige Bestellungen weiter anheizen.

Die Branche hat bereits lange vor dem Ukrainekrieg die Produktionskapazitäten kontinuier­lich erhöht. Auch die über 1,75 Mio. Tonnen (t) betragende, in dieser Höhe noch nie dage­wesene Pelletproduktion im ersten Halbjahr 2022 kann den überhitzten Markt kaum beruhi­gen. Die Versorgung von Neukunden und kritischer Infrastruktur steht für die Pelletbranche an erster Stelle. Bestandskunden mit Restmengen im Lager müssen mit längeren Lieferzei­ten rechnen, werden aber zur Heizsaison versorgt werden.

Der Durchschnittspreis für Holzpellets in Deutschland liegt im Juli bei 507,83 Euro/t. Das sind 17,7 Prozent mehr als im Vormonat und 125,5 Prozent mehr als im Juli 2021. Ein Kilo Pellets kostet 50,78 Cent, die Kilowattstunde (kWh) klimafreundliche Wärme 10,16 Cent. Weiterhin besteht ein deutlicher Preisvorteil zu den fossilen Energieträgern Heizöl und Erdgas von rd. 33 Prozent.

„Bislang kennen Pelletkunden in Deutschland keine großen Preissprünge wie beim Öl und Gas“, erklärt Martin Bentele, Geschäftsführer beim Deutschen Pelletinstitut (DEPI), das monatlich den Pelletpreis erhebt und veröffentlicht. „Durch die aktuellen Verwerfungen an den Energiemärkten kann aber auch eine Rekordproduktion nach der anderen bei dieser hohen Nachfrage nicht mehr preisdämpfend wirken. In den letzten beiden Jahren waren Pellets zudem überdurchschnittlich günstig, was den Preissprung noch schmerzhafter ausfallen lässt.“ Aktuell rät Bentele Heizungsbe­treibern dazu, nur bei tatsächlichem Bedarf Pellets zu bestellen.

Die aktuelle Nachfrage nach Pelletfeuerungen ist so hoch wie noch nie. Das betrifft sowohl Pel­letheizungen, die anders als in den zurückliegenden Jahren nun auch Gasheizungen ersetzen, als auch Pelletkaminöfen, deren Verkäufe als Ergänzung zur fossilen Heizung dieses Jahr eine sehr hohe Steigerung erfahren. Pelletproduzenten reagieren schon seit geraumer Zeit mit Werkserwei­terungen und Neubauten auf die wachsende Nachfrage. Eine Produktionsmenge von über 1,75 Mio. t wie in den ersten sechs Monaten des Jahres 2022 gab es noch nie in einem Halbjahr.

Deutschland festigt damit seine Position als größter Pelletproduzent in Europa. Im laufenden Jahr ist der Export heimischer Ware zudem auf 11,0 Prozent gesunken.

„Die Pelletbranche setzt weiterhin auf ihre Stärken, nämlich die Veredelung von regionalen Rest­stoffen der Sägeindustrie zu einem klimafreundlichen Energieträger“, betont Bentele. „Dass Pellets immer noch deutlich günstiger sind als fossile Brennstoffe, zeigt, dass das Konzept auch in Krisen­zeiten funktioniert.“ Zur Sicherung der Versorgung arbeiten Pelletproduzenten und -händler derzeit am Limit. Allerdings müssen sie wie auch andere Industriezweige stark gestiegene Rohstoffpreise und hohe Energiekosten bewältigen. Hintergründe zum Pelletmarkt hat das DEPI online aufberei­tet.

Verbrauchern wird geraten, beim Kauf unbedingt auf die Qualität der Pellets zu achten. Industrie­pellets minderer Qualität sind nicht für kleinere Zentralheizungen und Pelletkaminöfen geeignet. Sie können den Ausfall der Heizung verursachen. Pellets der höchsten Qualitätsklasse ENplus A1 gibt es nur im zertifizierten Handel. Bezugsadressen finden Verbraucher unter www.enplus-pellets.de.

Regionalpreise

Beim Pelletpreis ergeben sich im Juli 2022 regional folgende Unterschiede (Abnahme 6 t): In Süd­deutschland kosten Pellets 504,02 Euro/t. In der Mitte der Republik beträgt der Durchschnittspreis 505,38 Euro/t, in Nord-/Ostdeutschland 519,84 Euro/t.

Größere Mengen (26 t) werden im Juli 2021 zu folgenden Konditionen gehandelt: Süd: 490,83 Euro/t, Mitte: 483,95 Euro/t, Nord/Ost: 488,87 Euro/t (alle inkl. MwSt.).

DEPI-Pelletpreis

Der DEPI-Pelletpreis wird seit 2011 im Monatsrhythmus veröffentlicht, bis Juli 2020 vom Deut­schen Energieholz- und Pellet-Verband (DEPV). Er bezeichnet den Durchschnittspreis in Deutsch­land für eine Tonne Pellets der Qualitätsklasse ENplus A1 der jeweiligen Abnahmemenge (Liefe­rung im Umkreis 50 km, inkl. aller Nebenkosten und MwSt.) - deutschlandweit und in drei Regio­nen. Beim DEPV ist ein DEPV-Pelletpreis für Lieferverträge (netto) abrufbar.

Pelletpreise im Überblick:

DEPI-Pelletpreis Juli 2022 6 t bundesweit: 507,83 €/t
(Abnahme 6 t Pellets lose eingeblasen, Lieferung im Umkreis 50 km, inkl. aller Nebenkosten und MwSt.).

DEPI-Pelletpreis Juli 2022 26 t bundesweit: 490,20 €/t
(Abnahme 26 t Pellets lose eingeblasen, Lieferung im Umkreis 50 km, inkl. aller Nebenkosten und MwSt.).

Differenzierte Preise für Holzpellets
für 3 t, 6 t und 26 t, sortiert nach Süd-, Mittel- und Nord-/Ostdeutschland

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