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03.12.2025  Pressemeldung Alle News von HERZ Armaturen

HERZ: DIE BRANCHE BRAUCHT VERLÄSSLICHKEIT

VERONIKA OPBACHER-EGGER IM GESPRÄCH

Seit fünf Jahren leitet Veronika Opbacher-Egger gemeinsam mit ihrer Schwester das Familienun­ternehmen Opbacher Installateure - einen der größten Betriebe Tirols mit 250 Mitarbeitern so­wie vier Standorten. Insgesamt blickt sie bereits auf 15 Jahre Erfahrung im Unternehmen zurück. Parallel dazu vertritt sie seit elf Jahren als Landesinnungsmeisterin die Interessen der Installateure in Tirol. Zwei verantwortungsvolle Rollen, die sie mit klaren Worten, Weitblick und Bodenständig­keit ausfüllt. Im Gespräch mit HERZ News berichtet sie über ihre Erfahrungen, den tatsächlichen Bedarf der Branche und die Veränderungen am Markt.

HERZ News: Frau Opbacher-Egger, Sie führen gemeinsam mit Ihrer Schwester ein traditionsreiches Familienunterneh­men. Wie war für Sie der Schritt in die Geschäftsführung?

Veronika Opbacher-Egger: Wir sind ein Drei-Mädl-Haus und sind im wahrsten Sinn des Wortes mit dem Handwerk auf­gewachsen. Die Firma war damals im Privathaus integriert. Der Einstieg in den Betrieb war also ein natürlicher Weg. Die Übergabe selbst verlief nicht in einem Schnitt, sondern Schritt für Schritt. Unse­re Eltern sind nach wie vor dabei, was uns wichtig ist und wofür wir auch dankbar sind. Mit 250 Mitarbeitern gibt es genug Aufgabenfelder, die wir verteilen. Das Zusammenspiel aus Erfahrung und neu­en Ideen funktioniert sehr gut.

HERZ News: Familie und Unternehmen unter einem Dach zu haben ist nicht be­sonders einfach. Wie gelingt da die Ba­lance?

Veronika Opbacher-Egger: Es ist tat­sächlich wichtig, klare Grenzen zu zie­hen. Beim Mittagessen sprechen wir daher strikt nicht über die Firma - da geht es nur um die Familie. So bleibt der Betrieb professionell und gleichzeitig das familiäre Miteinander erhalten.

HERZ News: Wo drückt der Schuh aus Ih­rer Sicht und Erfahrung aktuell am meis­ten in der Branche?

Veronika Opbacher-Egger: Der größ­te Druck kommt derzeit über den Preis. Kunden holen sich ein Angebot bei uns und vergleichen danach online nur die Materialpreise. Da können wir nicht mithalten - und das ist auch nicht unser Anspruch. Wir verkaufen nicht nur ein Produkt, sondern eine komplette Dienst­leistung: Von Beratung über Planung bis zur Ausführung und Betreuung. Genau da liegt unser Wert. Trotzdem spüren wir, dass der Preiskampf zunimmt.

HERZ News: Wie gelingt es Ihnen, in diesem Umfeld als Unternehmen stabil zu bleiben?

Veronika Opbacher-Egger: Das Stich­wort lautet Flexibilität. Wer sich heute nur auf ein einzelnes Feld konzentriert, hat es schwer. Wir decken die ganze Bandbreite ab - vom Einfamilienhaus bis zur Indus­trieanlage. Wenn ein Bereich schwächelt, fängt ein anderer das auf. Ein Installateur sollte aus meiner Sicht immer Heizung, Sanitär und Lüftung als Gesamtheit be­greifen, das macht unseren Beruf stark und zukunftssicher.

HERZ News: Förderungen werden in der Branche heiß diskutiert. Wie hat sich das Kundenverhalten durch die Förderungen verändert?

Veronika Opbacher-Egger: In gewisser Maßen spüren wir, dass die Kundenseite die Einsparpotenziale durch neue Tech­nologien mittlerweile besser erkennt - wenn auch nicht immer ausreichend, um Investitionsentscheidungen zu er­leichtern. Viele entscheiden sich nach wie vor eher für unmittelbar sichtbare Anschaffungen wie einen Urlaub oder einen neuen Fernseher. Dennoch ist das Verständnis gewachsen, dass sich durch effizientere Systeme die laufenden Be­triebskosten deutlich senken lassen.

HERZ News: Wie sehen Sie die Entwick­lungen der letzten Jahre in dieser Hin­sicht?

Veronika Opbacher-Egger: Die Förde­rungen waren zu hoch und zu kurzfristig gedacht. Wenn 80 % einerWärmepumpe gefördert werden, wirkt das auf den ers­ten Blick attraktiv, aber am Ende zahlen wir das alle über Steuergelder. Jetzt ha­ben wir eine enorme Staatsverschuldung und plötzlich keine Förderungen mehr. Dieses Auf und Ab schadet, weil es Kun­den und Betriebe gleichermaßen verun­sichert.

HERZ News: Sie sind also für niedrigere Fördersätze, dafür länger und stabiler?

Veronika Opbacher-Egger: Definitiv. Viel sinnvoller ist eine moderate, aber langfristig gesicherte Förderung. Wenn ein Kunde weiß, dass er in den nächsten fünf Jahren auf Unterstützung bauen kann, kann er planen - und wir Betriebe ebenso. Viele Kunden verfügen weder über sofort verfügbare finanzielle Mittel noch über die nötige Planungssicherheit für Investitionen - nicht zuletzt durch die ständigen Änderungen bei Förderungen und den Preissteigerungen der letzten Jahre. Die Branche braucht Verlässlich­keit.

HERZ News: Sie vertreten die Branche in Tirol seit elf Jahren auch als Landesin­nungsmeisterin. Wie ist es dazu gekom­men?

Veronika Opbacher-Egger: Ich war 24, als man mir vorschlug, den Posten zu übernehmen. Anfangs dachte ich: „Was soll ich da jetzt machen?“ (lacht). Ich musste mich erst hineinarbeiten, aber ich wurde von Anfang an sehr gut auf­genommen. Der größte Gewinn war das Netzwerk: Viele Freundschaften, viele Einblicke und ein ständiger Austausch über fachspezifische Themen.

HERZ News: Welche Projekte stehen ak­tuell für die Innung im Vordergrund?

Veronika Opbacher-Egger: Wir haben die Lehrlingsausbildung komplett über­arbeitet. Der alte Lehrplan war auf ein veraltetes Schulsystem ausgerichtet, wir haben alles auf die neuen Techniken, er­neuerbare Energien und die Praxis aktu­alisiert. Jetzt ist die Ausbildung auf vier Jahre ausgelegt statt 3,5 Jahre und wir bringen das System Schritt für Schritt ins Laufen - natürlich in Abstimmung mit der Bundesinnung.

HERZ News: Ein vielbeachtetes Thema ist das Bestbieterprinzip bei den öffent­lichen Ausschreibungen. Wie beurteilen Sie die Situation als Landesinnungsmeis­terin?

Veronika Opbacher-Egger: Es ist proble­matisch, wenn nur der Preis zählt. In Tirol konkurrieren wir zum Beispiel mit Firmen aus Südtirol und Bayern, die ganz andere Lohn- und Steuerbedingungen haben.

Das ist für heimische Betriebe nicht fair. Wir plädieren dafür, dass auch andere Faktoren in die Bewertung einfließen wie beispielsweise Facharbeiteranzahl, Lehrlinge, Meisterqualifikationen, Reak­tionszeiten auf Baustellen und ähnliches. So bleibt die Qualität erhalten und die Betriebe bleiben wettbewerbsfähig. Der Preis darf nicht das alleinige Entschei­dungskriterium sein.

HERZ News: Was motiviert Sie persön­lich in Ihrer Doppelrolle als Unterneh­merin und Landesinnungsmeisterin?

Veronika Opbacher-Egger: Es sind das Netzwerk und der Überblick. Als Unter­nehmerin profitiere ich direkt von den Gesprächen mit anderen Betrieben und den Einblicken in die Branche. Als Lan­desinnungsmeisterin kann ich die Inte­ressen der Installateure vertreten und dabei aktiv daran mitwirken, dass unsere Rahmenbedingungen praxisnah und um­setzbar bleiben.

HERZ News: Was erwarten Sie sich von der Entwicklung der Branche in den nächsten Jahren?

Veronika Opbacher-Egger: Ich hoffe auf mehr Ruhe und Stabilität. Die letzten Jahre waren von Extremen geprägt: Zu viel oder zu wenig Arbeit, Lieferengpäs­se, Preissprünge, Überförderungen und dann wieder abrupte Stopps. Das führt dazu, dass Kunden nicht wissen, wann sie investieren sollen und Betriebe keine Planbarkeit haben. Dabei wäre gerade Verlässlichkeit der Schlüssel - für Unter­nehmen genauso wie für Endkunden.

HERZ News: Vielen Dank für das offene Gespräch. Ihre Einschätzungen zeigen klar, wie wichtig Stabilität und Verläss­lichkeit für die gesamte Branche sind - und wir schätzen es sehr, dass Sie diese Perspektiven mit uns geteilt haben. 

INSTALLATEURE
Opbacher Installationen GmbH
Karl-Mauracher-Weg 34,
A-6263 Fügen
Web: www.opbacher.at
Mail:        info(at)opbacher.at

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