Zu den Sensoren des Hycleen Automation System gehören ein Durchflusssensor zur Messung von Wasservolumen und -geschwindigkeit sowie ein T-Sensor zur Temperatur- und Ablaufüberwachung. Quelle: GF Building Flow Solutions
08.09.2026  Pressemeldung Alle News von Uponor

Warmwasserkomfort mit System

Das Hycleen Automation System von GF sorgt in Hotels für hygienisch sicheres Trinkwasser und stabilen Warmwasserkomfort. Intelligente Regelungstechnik reduziert Energieverbrauch, CO2-Ausstoß und Betriebskosten spürbar. Gleichzeitig schafft sie mehr Transparenz, Rechtssicherheit und entlastet das Technikteam im Alltag.

Ein Hotel erschließt sich seinen Gästen über viele Sinne. Bereits beim Betreten entsteht ein Eindruck, der sich dann im Laufe der Zeit verfestigt: einladende Atmosphäre, angenehme Temperaturen, leise Technik, eine wohltuende Dusche mit konstant warmem Wasser, das Vertrauen in einwandfreie Hygiene. Hinter den Kulissen stehen Betreiber jedoch vor wachsenden Herausforderungen. Steigende Energiepreise, strengere Vorgaben zur Trinkwasserhygiene und Nachhaltigkeit sowie knappe personelle Ressourcen im technischen Dienst. „Moderne Gebäudetechnik muss heute all diese Anforderungen in Einklang bringen - effizient, sicher und weitgehend automatisiert“, sagt Roger Miksch, Leiter Marktsegment Hospitality bei Georg Fischer. Genau hier setzt die Lösung von GF an, das Hycleen Automation System.

Zentral ist dabei der hydraulische Abgleich der Warmwasserinstallation. Er stellt sicher, dass im gesamten Gebäude die richtigen Temperaturen und Volumenströme ankommen. Viele Anlagen arbeiten noch mit konventionellen, bei der Inbetriebnahme einmalig eingestellten Ventilen. Im Laufe der Jahre verändern sich jedoch die Bedingungen: Komponenten verschleißen, Leitungen verkalken, Nutzungsmuster ändern sich. Die Folgen sind ungenaue Temperaturen, Stagnationszonen, steigender Energieverbrauch und ein erhöhtes Risiko für mikrobielles Wachstum. Für den Hotelbetrieb bedeutet dies höhere Kosten, mehr Aufwand und zusätzliche Haftungsrisiken.

Digitale Intelligenz für das Trinkwasser

Das Hycleen Automation System begegnet diesen Anforderungen mit einer durchgängig digitalen, intelligenten Wassersteuerung. Sensoren und digital gesteuerte Ventile erfassen permanent Temperaturen im gesamten Trinkwassersystem. Alle Daten laufen in einer zentralen Steuereinheit, dem Hycleen Master, zusammen. Dieser regelt die Zirkulationsventile und optimiert den hydraulischen Abgleich automatisch - nicht nur zu Beginn, sondern kontinuierlich im laufenden Betrieb. Die Anlage bleibt so auch langfristig nahe am ursprünglich geplanten Idealzustand, selbst wenn sich Nutzung und Randbedingungen im Hotelalltag verändern.

Energieeffizienz bildet dabei einen wesentlichen wirtschaftlichen Hebel. „Ein erheblicher Anteil der Heizenergie eines Hotels entfällt auf die Warmwasserbereitung - insbesondere in Beherbergungsbetrieben mit vielen Zimmern, Spa- und Wellnessbereichen oder umfangreicher Gastronomie“, erklärt Roger Miksch. Wird aus Sorge vor Legionellen die Temperatur im Speicher pauschal erhöht, steigen die Energiekosten deutlich. Das Hycleen Automation System setzt an der Ursache an: Es stellt sicher, dass Warmwasser mit optimalen Temperaturen im gesamten Gebäude verteilt wird und die Zirkulation gleichmäßig funktioniert. Zugleich unterstützt das System eine ressourcenschonende Betriebsführung mit geringeren CO2-Emissionen.

Entscheidende Verbesserung der Trinkwasserhygiene

Ebenso bedeutend ist die Trinkwasserhygiene. Legionellen und andere wassergetragene Krankheitserreger stehen im Fokus: Eine bestätigte Kontamination kann zu temporären Schließungen, aufwendigen Sanierungsmaßnahmen und erheblichem Imageschaden führen. Roger Miksch: „Das Hycleen Automation System ist genau für diese sensiblen Anwendungen konzipiert. Es hält Wassertemperaturen systemisch konsequent außerhalb des kritischen Legionellen-Wachstumsbereichs.“ Auftretende Abweichungen erkennt das System in Echtzeit und löst automatisch Alarme aus. Damit lassen sich Hygieneanforderungen nach aktuellem Stand der Technik erfüllen und gesetzliche Vorgaben nachweisbar einhalten.

Carsten Freitag, zertifizierter Sachverständiger für Trinkwasserhygiene und anerkannter Sachverständiger für Trinkwasserhygiene im DVQST e.V., weiß aufgrund seiner Expertise und langjährigen Erfahrung um die Herausforderungen für Hotelbetreiber bei diesem sensiblen Thema. „Durch die kontinuierliche Temperaturüberwachung im zirkulierenden Bereich lässt sich das Risiko einer möglichen Legionellen-Kontamination deutlich reduzieren. Im Falle eines positiven Legionellenbefundes wird dieser automatisch durch das Labor dem Gesundheitsamt gemeldet und es muss gemäß der TrinkV § 51, die hier den Charakter eines Gesetzes hat, eine Risikoabschätzung erstellt werden.“ Diese ist einerseits sehr kostenintensiv, und andererseits sind die Betreiber verpflichtet, die dort festgehaltenen Maßnahmen umzusetzen. Auch hierfür können erhebliche Kosten und Nutzungseinschränkungen entstehen.

Und der Sachverständige aus Uedem nennt noch einen weiteren Vorteil des Hycleen Automation System: „Die Ventile testen sich zyklisch automatisch, während normale Ventile im Laufe der Zeit verkalken können und dann ihre Regelfunktion verlieren.“

Lückenlose Dokumentation und Rechtssicherheit

Das System erfasst alle relevanten Betriebsdaten, erstellt manipulationssichere Protokolle und ist damit ein wichtiger Baustein zur Dokumentationspflicht und zur Wahrung der Betreiberverantwortung bzw. der Verkehrssicherungspflicht. Diese Daten stehen vor Ort oder über die cloudbasierte Lösung Hycleen Connect online zur Verfügung. Gerade im Hotelbetrieb, in dem interne Audits, Qualitätsstandards oder Zertifizierungen beispielsweise im Rahmen von Nachhaltigkeitslabels an Bedeutung gewinnen, bieten lückenlose Nachweise zur Einhaltung von Temperaturvorgaben einen hohen Mehrwert. Sachverständiger Carsten Freitag: „Manuelle Messungen mit Papierlisten werden überflüssig, gleichzeitig steigt die Rechtssicherheit gegenüber Behörden.“

Neben der Technik zählt die einfache Handhabung im Alltag. Das Hycleen Automation System ist als Plug-and-Play-Lösung konzipiert, die sich sowohl in Neubauten als auch bei Modernisierungen einbinden lässt. Ventile, Sensoren und Master sind über ein einziges Strom- und Datenkabel verbunden, vorbereitete Anschlüsse erleichtern eine fehlerarme Installation. Die Inbetriebnahme erfolgt über einen intuitiven Touchscreen, der alle Komponenten automatisch erkennt und den Grundabgleich unterstützt. Individuelle Einstellungen - etwa Temperaturgrenzen oder Alarmwerte - lassen sich an die spezifischen Anforderungen des jeweiligen Hotels anpassen.

Vernetzte Plattform für mehrere Gebäude

Mit der cloudbasierten Erweiterung Hycleen Connect wird aus der einzelnen Anlage eine skalierbare Plattform. Mehrere Liegenschaften kann man zentral überwachen, Parameter aus der Ferne anpassen, personalisierte Alarmierungen definieren und historische Daten komfortabel auswerten. Diese Remote-Fähigkeiten reduzieren Vor-Ort-Termine, verkürzen Reaktionszeiten und machen Wartungsprozesse besser planbar. Für Hotelgruppen und Betreiber mit mehreren Häusern ergeben sich zusätzliche Effizienzpotenziale, etwa durch gebündelte technische Services und standardisierte Betriebsstrategien.

Ein besonderes Alleinstellungsmerkmal von GF ist die Verbindung aus jahrzehntelanger Erfahrung in der hygienischen Trinkwasserversorgung, einem umfassenden Portfolio an Rohrleitungssystemen und Armaturen sowie ausgeprägter digitaler Kompetenz im Bereich IoT. Das Hycleen Automation System und Hycleen Connect sind nicht isolierte Produkte, sondern Bestandteile eines ganzheitlichen Konzepts: von der Planung und Dimensionierung des Rohrnetzes über die Auswahl geeigneter Komponenten bis hin zu Schulung, Inbetriebnahme und laufender Unterstützung. Betreiber erhalten eine Lösung aus einer Hand, die auf die speziellen Anforderungen des Hotelbetriebs zugeschnitten ist.

Die praktische Umsetzung in bestehenden Hotels zeigt, dass sich mit dem System versteckte Schwachstellen schnell aufdecken lassen. In sanierten oder neu errichteten Häusern sorgt Hycleen dafür, dass die in der Planung vorgesehenen Ziele hinsichtlich Effizienz und Hygiene nicht nur auf dem Papier stehen, sondern im täglichen Betrieb tatsächlich erreicht und gehalten werden. „In einer Hotellerie, die unter hohem Kosten- und Wettbewerbsdruck steht und gleichzeitig steigende Erwartungen an Qualität und Nachhaltigkeit erfüllen muss, wird die Automatisierung des Trinkwassersystems damit zu einem strategisch wichtigen Erfolgsfaktor“, fasst Roger Miksch zusammen.

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