SIA 271_1 im Nassbereich Durchdringungsfreie Befestigungen können helfen, die Abdichtungsebene unangetastet zu lassen. Visualisierung i.GLUESYSTEMS GmbH, mit KI erstellt.
16.09.2026  Pressemeldung Alle News von i.GLUESYSTEMS

i.GLUESYSTEMS: Bohren im Nassbereich wird zum Planungsfall

Die Schweizer SIA 271/1 stellt klare Anforderungen an Befestigungen und Durchdringungen in abgedichteten Innenräumen. Nachträgliche, nicht geplante Durchdringungen der Abdichtung sind grundsätzlich nicht vorgesehen. Auch in Deutschland rückt das Thema stärker in den Fokus: Die aktuelle DIN 18534-3 enthält inzwischen eigene Regelungen zu Bohrungen durch die Abdichtungsschicht. Für das SHK-Handwerk gewinnen deshalb durchdringungsfreie Befestigungen an Bedeutung.

Brausestange, Duschabtrennung oder Badaccessoire: Viele Produkte werden erst montiert, wenn Fliesen und Abdichtung bereits fertiggestellt sind. Genau an dieser Schnittstelle zwischen Abdichtung und späterer Befestigung steigen die Anforderungen an Planung und Ausführung.

In der Schweiz regelt dies seit Mai 2025 die SIA 271/1 – Abdichtungen von Innenräumen. Befestigungspunkte und -zonen für Sanitärapparate sollen frühzeitig geplant werden. Nachträgliche Durchdringungen der Abdichtung erfordern entsprechend geeignete und dichte Montagesysteme.

Einfach bohren und abdichten reicht nicht

Wo eine Durchdringung erforderlich ist, muss sowohl die Befestigung als auch der Anschluss an die Abdichtung dauerhaft sichergestellt werden. Das nachträgliche Bohren in einen bereits fertiggestellten Nassbereich wird damit stärker zu einer Frage der vorausgehenden Planung und des geeigneten Montagesystems.

Für Planer und ausführende Betriebe bedeutet das: Auch die spätere Befestigung von Sanitärprodukten sollte bereits bei der Planung des Nassbereichs berücksichtigt werden.

Eine Alternative können durchdringungsfreie Montagen sein. Wird ein geeignetes Bauteil auf der fertigen Oberfläche verklebt, muss die dahinterliegende Abdichtungsebene nicht für die Befestigung durchbohrt werden. Wie sich beispielsweise Badaccessoires ohne Bohren montieren lassen, zeigt i.GLUESYSTEMS anhand typischer Anwendungen.

Kleben vermeidet die Durchdringung

Das kann beispielsweise bei Badaccessoires, Brausestangen oder geeigneten Duschabtrennungen interessant sein.

„Gerade im Nassbereich ist jede vermiedene Durchdringung zunächst einmal eine Schnittstelle weniger“, sagt Peter Fichte, Geschäftsführer der i.GLUESYSTEMS GmbH.

„Kleben ersetzt aber nicht die technische Prüfung. Untergrund, Klebefläche, Belastung und das eingesetzte System müssen zur jeweiligen Anwendung passen.“

i.GLUESYSTEMS entwickelt Klebe- und Montagesysteme für unterschiedliche Anwendungen im Badezimmer, unter anderem für Duschkabinen, Badaccessoires und Hygienespender. Klebelösungen für das Badezimmer Dabei werden Klebstoff, Bauteil, Untergrund und Montageprozess als zusammengehöriges System betrachtet.

Nicht jede Befestigung lässt sich einfach kleben

Die durchdringungsfreie Montage ist allerdings keine pauschale Lösung für jede Anwendung. Entscheidend sind unter anderem die zur Verfügung stehende Klebefläche, der Untergrund sowie Art und Höhe der auftretenden Kräfte. Besondere Anforderungen gelten beispielsweise bei sicherheitsrelevanten Bauteilen wie Haltegriffen oder Klappsitzen. Hier müssen sowohl die erforderliche Tragfähigkeit als auch die Anforderungen an die Abdichtung sichergestellt werden.

Gerade bei Sanierungen und Nachrüstungen kann eine geeignete Klebelösung jedoch Vorteile bieten: Bestehende Abdichtungsebenen müssen nicht für die Befestigung geöffnet werden, Fliesen bleiben unbeschädigt und die Montage kommt ohne Bohrstaub aus.

Thema betrifft nicht nur die Schweiz

Die SIA 271/1 gilt für Bauprojekte in der Schweiz. In Deutschland bildet die Normenreihe DIN 18534 „Abdichtung von Innenräumen“ die maßgebliche technische Grundlage.

Auch dort wurde das Thema inzwischen konkretisiert: In der DIN 18534-3:2025-10 wurden gegenüber der Ausgabe von 2017 ausdrücklich Regelungen zu Bohrungen durch die Abdichtungsschicht ergänzt.

Damit wird die Frage, wie Sanitärprodukte befestigt werden, zunehmend zu einem Bestandteil der Abdichtungs- und Montageplanung.

Für das SHK-Handwerk lautet die Konsequenz deshalb nicht pauschal „Bohren ist verboten“, sondern vielmehr: Befestigungen im Nassbereich müssen geplant werden – und wo eine Durchdringung vermieden werden kann, kann Kleben eine technisch sinnvolle Alternative sein.

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