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26.09.2020

Meldung

18.08.2020: Geberit: Halbjahresbericht zum 30. Juni 2020

Stabile Profitabilität trotz Krise

Die Geschäftsentwicklung der Geberit Gruppe war im ersten Halbjahr 2020 durch die COVID- 19-Pandemie und die negative Währungsentwicklung geprägt. Insbesondere im zweiten Quartal führten die COVID-19-bedingten Restriktionen in den Absatzmärkten zu einem deutlichen Umsatzrückgang. Der währungsbereinigte Nettoumsatz sank in den ersten sechs Monaten des Jahres 2020 um 4,5%. In Schweizer Franken wurde ein Rückgang von 9,8% verzeichnet. Die operative Cashflow-Marge konnte trotz des Nettoumsatzrückgangs um 70 Basispunkte auf 31,5% gesteigert werden. Der operative Cashflow (EBITDA) nahm um 7,8% auf CHF 462 Mio. ab. Das Nettoergebnis sank um 13,9% auf CHF 315 Mio. - bei einer Reduktion der Nettoumsatzrendite von 100 Basispunkten auf 21,4%. Die Unternehmensleitung erwartet unter der Annahme, dass es zu keiner erneuten COVID-19-Lockdown-Welle kommt, einen währungsbereinigten Nettoumsatz für das zweite Halbjahr 2020 leicht unter dem Vorjahreswert und eine EBITDA-Marge für das Gesamtjahr 2020 leicht unter Vorjahr.

Konsolidierter Nettoumsatz

Wie bereits am 6. Juli 2020 bekanntgegeben, ging der Nettoumsatz der Geberit Gruppe im ersten Halbjahr 2020 um 9,8% auf CHF 1468 Mio. zurück. Darin enthalten sind negative Währungseffekte in der Höhe von CHF 87 Mio. In Lokalwährungen wurde ein Rückgang von 4,5% verzeichnet. Im zweiten Quartal betrug der währungsbereinigte Rückgang 10,7%.

Nettoumsatz nach Märkten und Produktbereichen

Die Bauindustrie in Europa wurde seit Mitte März durch die Auswirkungen der COVID-19-Pandemie negativ beeinflusst. In mehreren Ländern - Italien, Frankreich, Grossbritannien und Spanien - standen die meisten Baustellen während längerer Zeit still. In den anderen Ländern führten die pandemiebedingten Einschränkungen zu einer Verlangsamung der Bautätigkeit. Zudem waren in ganz Europa die Ausstellungsräume für Sanitärprodukte rund zwei Monate weitgehend geschlossen. Dies führte in der Nettoumsatzentwicklung zu einer zweigeteilten Entwicklung nach sechs Monaten. Die von den Baustellenstopps am stärksten betroffenen Märkte Grossbritannien/Irland (-34,1%),

Italien (-25,1%), die Iberische Halbinsel (-20,9%) und Frankreich (-19,2%) mussten deutliche währungsbereinigte Nettoumsatzrückgänge hinnehmen. Obwohl ebenfalls durch Restriktionen aufgrund der Pandemie beeinträchtigt, verzeichneten Deutschland (+2,9%), die nordischen Länder (+2,2%), Osteuropa (+1,4%), die Schweiz (+0,5%), Österreich (+0,4%) und die Benelux-Länder (+0,2%) Zuwächse beim Nettoumsatz. Insgesamt ging der währungsbereinigte Nettoumsatz in Europa um 3,3% zurück. Auch ausserhalb Europas wurde die Bautätigkeit aufgrund der COVID-19- Pandemie teilweise massiv eingeschränkt. Diese Regionen verzeichneten deshalb ebenfalls deutlich negative Nettoumsatzentwicklungen: Nahost/Afrika mit -25,9%, Fernost/Pazifik mit -18,5% und Amerika mit -5,4%.

Bei den Produktbereichen sank der Nettoumsatz in Lokalwährungen bei den Installations- und Spülsystemen um 4,8%, bei den Rohrleitungssystemen um 3,8% und bei den Badezimmersystemen um 4,6%.

Die Lieferkette bei Geberit war trotz der COVID-19-bedingten Restriktionen während der ersten sechs Monate des Jahres mehrheitlich intakt.

Ergebnisse

Die Ergebnisse wurden durch negative Währungseffekte und die COVID-19-bedingten Umsatzausfälle auf allen Stufen der Erfolgsrechnung negativ beeinflusst. In Schweizer Franken nahm der operative Cashflow (EBITDA) 7,8% auf CHF 462 Mio. ab. Die EBITDA-Marge konnte trotz des Nettoumsatzrückgangs von 30,8% im ersten Halbjahr des Vorjahres auf 31,5% gesteigert werden. Hauptverantwortlich für die Margenverbesserung waren die aufgrund der COVID-19-Pandemie gezielt und rasch umgesetzten Massnahmen zur Kosteneinsparung, die hohe Flexibilität in der Produktion und Logistik, tiefere Rohmaterialpreise, die natürliche Währungsabsicherung sowie Preiserhöhungen. Dank dieser Massnahmen konnten auch die deutlichen Tariferhöhungen bei den Personalkosten sowie die zusätzlichen Investitionen in Digitalisierungsinitiativen kompensiert werden. Das Betriebsergebnis (EBIT) reduzierte sich um 10,5% auf CHF 386 Mio. Die EBIT-Marge lag aufgrund höherer Abschreibungen als Folge erhöhter Investitionen in den Vorjahren mit 26,3% leicht unter Vorjahr (26,5%). Das Nettoergebnis verminderte sich um 13,9% auf CHF 315 Mio. Die Nettoumsatzrendite betrug 21,4% (Vorjahr: 22,4%). Der im Vergleich mit den operativen Resultaten überproportionale Rückgang ist eine Folge der negativen Fremdwährungseffekte im Finanzergebnis und der höheren Steuerquote. Der Gewinn je Aktie reduzierte sich um 13,5% auf CHF 8.77.

Die Abnahme beim Free Cashflow von 32,3% auf CHF 174 Mio. resultierte aus einem tieferen operativen Cashflow, der Erhöhung des Nettoumlaufvermögens sowie dem sehr starken Vorjahreswert.

Finanzsituation

Die finanzielle Situation der Geberit Gruppe ist weiterhin sehr solid. Zur zusätzlichen Sicherung der Liquidität wurde im zweiten Quartal eine neue CHF-Anleihe im Betrag von CHF 300 Mio. mit einer Laufzeit von 2,5 Jahren ausgegeben. Im Vergleich mit dem Wert nach den ersten sechs Monaten des Vorjahres blieben die Nettoschulden (Schulden minus liquide Mittel) mit CHF 773 Mio. unverändert, die Eigenkapitalquote sank mit 44,6% leicht (Vorjahr: 46,1%).

Das am 6. Juni 2017 gestartete Aktienrückkauf-Programm wurde im April 2020 abgeschlossen. Im Rahmen des Programms wurden total rund 1 030 000 Aktien oder 2,8% des aktuell im Handelsregister eingetragenen Aktienkapitals zu einem Betrag von CHF 440 Mio. erworben, davon CHF 116 Mio. im ersten Halbjahr 2020.

Die Generalversammlung vom 1. April 2020 stimmte einer gegenüber 2019 um 4,6% auf CHF 11.30 erhöhten Dividende zu. Die Ausschüttungsquote von 62,5% des Nettoergebnisses liegt im oberen Bereich der durch den Verwaltungsrat definierten Bandbreite von 50-70%. Damit wurde die attraktive Ausschüttungspolitik der Vorjahre fortgesetzt.

Personalbestand

Die Geberit Gruppe beschäftigte Ende Juni 2020 weltweit 11 474 Mitarbeitende (Ende 2019: 11 619). Die Reduktion war vor allem auf die Flexibilität in den Bereichen Produktion und Logistik aufgrund der geringeren Nachfrage zurückzuführen. Ein Aufbau erfolgte dagegen im Bereich IT zur Unterstützung der Digitalisierungsinitiativen.

Investitionen in Sachanlagen

In den ersten sechs Monaten des Jahres 2020 wurden CHF 55 Mio. (Vorjahr: CHF 52 Mio.) in Sachanlagen investiert. Dies entspricht 3,7% des Nettoumsatzes (Vorjahr: 3,2%). Der Hauptteil der

Investitionen wurde für Kapazitätserweiterungen, für die Modernisierung und damit für die weitere Steigerung der Produktionseffizienz sowie für neue Produkte eingesetzt.

F&E-Aufwand

Der Aufwand für Forschung und Entwicklung (F&E) betrug CHF 38 Mio. (Vorjahr: CHF 39 Mio.). Dies entspricht 2,6% des Nettoumsatzes (Vorjahr: 2,4%).

Veränderungen im Verwaltungsrat

An der Generalversammlung vom 1. April 2020 wurde neu Werner Karlen anstelle des im Oktober 2019 verstorbenen Thomas M. Hübner in den Verwaltungsrat der Geberit AG gewählt.

Ausblick auf das Gesamtjahr 2020

Die nach wie vor bestehenden Unsicherheiten in Bezug auf die COVID-19-Pandemie machen einen Ausblick sehr schwierig. Vorausgesetzt, dass es zu keiner erneuten Lockdown-Welle kommt, geht die Unternehmensleitung von einer weiteren Normalisierung der Bauindustrie im Verlauf der zweiten Jahreshälfte aus. Verzögerte oder gestoppte Projekte insbesondere im Nicht-Wohnungsbau sowie die temporären Schliessungen der Ausstellungsräume im zweiten Quartal dürften sich hingegen negativ auf die Nachfrage im zweiten Halbjahr auswirken. Unter diesen Annahmen erwartet die Unternehmensleitung einen währungsbereinigten Nettoumsatz für das zweite Halbjahr 2020 leicht unter dem Vorjahreswert und eine operative Cashflow-Marge für das Gesamtjahr 2020 leicht unter Vorjahr.

In den vergangenen, stark von der Krise geprägten Monaten haben sich die Belastbarkeit der Strategie und des Geschäftsmodells, die kurzen Entscheidungswege und die starke Kultur des Unternehmens sehr positiv ausgewirkt. Aufgrund des starken Fundaments und der sehr soliden Bilanz wird Geberit die strategischen und die operativen Prioritäten unverändert weiterverfolgen. Es sollen keine Kompromisse in Bezug auf die bestehenden Stärken des Unternehmens eingegangen und keine Massnahmen ergriffen werden, die der aktuellen Positionierung oder dem künftigen Potenzial schaden würden, zum Beispiel durch die Reduzierung der F&E-Anstrengungen und -Budgets. Das Management ist überzeugt, dass die Geberit Gruppe für die aktuellen und kommenden Herausforderungen gut gerüstet und positioniert ist, um gestärkt aus dieser durch die COVID-19- Pandemie ausgelösten, globalen Wirtschaftskrise hervorzugehen.

Zusätzliche Informationen finden Sie auf unserer Homepage unter www.geberit.com sowie im Halbjahresbericht unter www.geberit.com/halbjahresbericht.

Weitere Auskünfte erteilen:
Geberit AG
Schachenstrasse 77, CH-8645 Jona
Christian Buhl, CEO                                                 Tel. +41 (0)55 221 63 46
Roland Iff, CFO                                                        Tel. +41 (0)55 221 66 39
Roman Sidler, Corporate Communications & IR          Tel. +41 (0)55 221 69 47


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