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Viele Probleme erledigen sich von selbst, wenn man ihnen Zeit dazu läßt.    Krishna Menon

10.08.2020

Meldung

21.07.2020: Villeroy & Boch: Corona-bedingter Umsatz- und Ergebnisrückgang

Zwischenbericht zum ersten Halbjahr 2020
  • Konzernumsatz mit 340,7 Mio. € um 13,4 % unter Vorjahr
  • Operatives Ergebnis (EBIT) mit -10,0 Mio. € deutlich unter Vorjahr (15,5 Mio. €)
  • Netto-Liquidität mit 82,4 Mio. € weiterhin auf hohem Niveau
  • Aktualisierung Jahresprognose
  • Umsatzrückgang von maximal -10 % für Gesamtjahr 2020 erwartet
  • Operatives Ergebnis des ersten Halbjahres wird im zweiten Halbjahr überkompensiert, bleibt jedoch insgesamt deutlich unter Vorjahr

Umsatzentwicklung: 13,4 % unter Vorjahr

Im ersten Halbjahr 2020 erzielte der Villeroy & Boch-Konzern einen Konzernumsatz in Höhe von 340,7 Mio. € (inkl. Lizenzerlöse) und lag damit vor allem aufgrund eines infolge der Corona-Pandemie schlechten zweiten Quartals um 52,5 Mio. € bzw. 13,4 % unter Vorjahr. Dabei waren die Umsatzrückgänge im Unternehmensbereich Tischkul­tur (-21,7 %) deutlich stärker zu spüren als im Unternehmensbereich Bad und Wellness (-9,7 %), was sich betragsmäßig in beiden Unter­nehmensbereichen mit einem Umsatzrückgang von jeweils 26 Mio. € bemerkbar machte. Vor allem das zweite Quartal stand mit einem Umsatzrückgang von insgesamt 37,2 Mio. € bzw. 19 % ganz im Zeichen der Corona-Krise.

Der Auftragsbestand zum 30. Juni 2020 hat sich dank wieder anziehender Auftragseingänge im Juni positiv entwickelt und ist im Vergleich zum 31. Dezember 2019 um 46,1 Mio. € auf 90,9 Mio. € gestiegen. Davon entfielen 66,5 Mio. € (31.12.2019: 35,3 Mio. €) auf den Unternehmensbereich Bad und Wellness und 24,4 Mio. € (31.12.2019: 9,5 Mio. €) auf den Unternehmensbereich Tischkultur.

Operatives EBIT auf -10,0 Mio. € gesunken

Das erste Halbjahr 2020 hat der Konzern infolge des durch die Corona­Krise verursachten Nachfrageeinbruchs gepaart mit den initiierten Werksstillständen bzw. -drosselungen mit einem operativen Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) in Höhe von -10,0 Mio. € abgeschlossen. Nachdem im ersten Quartal 2020 noch ein Gewinn aus­gewiesen werden konnte (+4,3 Mio. €), musste im zweiten Quartal eine Verminderung des operativen Ergebnisses um -21,3 Mio. € gegenüber dem Vorjahr hingenommen werden.

Entwicklung in den Unternehmensbereichen

Der Untemehmensbereich Bad und Wellness erzielte im ersten Halb­jahr 2020 einen Umsatz in Höhe von 245,4 Mio. € (Vorjahr: 271,6 Mio. €) und lag damit um 9,7 % unter Vorjahr. Während sich die Corona-Pandemie im ersten Quartal noch ausschließlich auf Asien auswirkte und den Umsatz des Unternehmensbereichs um 4,3 % zu­rückgehen ließ, verstärkten sich die Auswirkungen der Corona-Krise im zweiten Quartal 2020. Der Unternehmensbereich Bad und Wellness erzielte in diesem Quartal einen Umsatz in Höhe von 119,6 Mio. € (Vorjahr: 140,2 Mio. €) und lag somit 14,7 % gegenüber Vorjahr zurück. Die Umsatzrückgänge des ersten Halbjahres sind hauptsächlich in den Geschäftsfeldern Sanitärkeramik (-11,9 %) und Wellness (-11,6 %) zu verzeichnen. Demgegenüber steht eine erfreuliche Um­satzsteigerung von 0,7 % im Geschäftsfeld Armaturen. Im zweiten Quartal gestaltete sich das Geschäft für Villeroy & Boch in den stark von der Pandemie betroffenen Ländern mit härteren Lockdown- Maßnahmen (Großbritannien -61,8 %, Italien -58,4 %, Frankreich -37,6 % und China mit -28,7 %) als besonders schwierig. Dagegen war die Geschäftsentwicklung in weniger betroffenen Ländern wie Deutschland (+1,5 %), Niederlande (+6,9 %) und Schweden (+4,1 %) positiv. Für das zweite Halbjahr 2020 erwartet der Konzern aufgrund der vor allem seit Juni gestiegenen Auftragseingänge eine Verbesserung der Umsatzsituation.

Der Unternehmensbereich Tischkultur erzielte im ersten Halbjahr 2020 einen Umsatz in Höhe von 93,9 Mio. € (Vorjahr: 120,1 Mio. €) und lag damit 21,7 % unter dem Vorjahr. Der deutliche Umsatzrückgang ist auf die behördlich angeordneten weltweiten Schließungen der Villeroy & Boch-Verkaufsstellen und den durch die Corona-Krise verursachten globalen Nachfrageeinbruch zurückzuführen. Nach einem Umsatzrück­gang im ersten Quartal 2020 um -14,5 % verstärkten sich die Corona­bedingten Umsatzrückgänge im zweiten Quartal - vor allem in den Monaten April und Mai - um -30,5 %. Die Umsatzrückgänge des ersten Halbjahres wirkten sich auf alle Vertriebskanäle mit Ausnahme des E-Commerce aus. Hier konnte mit den E-Commerce-Aktivitäten erfreulicherweise ein Umsatzplus von 26,0 % erreicht werden. Dagegen verzeichneten die eigenen Einzelhandelsgeschäfte einen Umsatzrück­gang von -34,4 %. Im Geschäft mit den stationären Handelspartnern musste ein Umsatzrückgang in Höhe von -21,3 % hingenommen werden. Auch das Projektgeschäft mit Hotel- und Restaurantkunden war im ersten Halbjahr 2020 mit einem Umsatzrückgang von -47,0 % sehr stark durch die Pandemie beeinträchtigt.

Investitionen

Im ersten Halbjahr 2020 hat der Konzern Investitionen in immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen in Höhe von 7,1 Mio. € getätigt (Vorjahr: 10,0 Mio. €). Davon entfielen 4,8 Mio. € auf den Unter­nehmensbereich Bad und Wellness sowie 2,3 Mio. € auf den Unternehmensbereich Tischkultur. Im Unternehmensbereich Bad und Wellness wurden neue Anlagen insbesondere für die Keramikwerke in Thailand und Ungarn erworben. Im Unternehmensbereich Tischkultur wurde im Wesentlichen in den Erhalt und die Modernisierung des Logistikzentrums in Merzig sowie in Neuanschaffungen für die Produktion in Merzig investiert.

Ausblick für das Gesamtjahr 2020

Das öffentliche Leben ist weiterhin weltweit von der Corona-Pandemie beeinflusst. Daraus ergeben sich auch für das zweite Halbjahr schwer abzuschätzende konjunkturelle Risiken. Der Vorstand der Villeroy & Boch AG sieht in den zuletzt anziehenden Auftragseingängen aller­dings eher positive Tendenzen für das zweite Halbjahr und erwartet, die Umsatzlücke für das Gesamtjahr 2020 gegenüber dem Vorjahr auf unter -10 % begrenzen zu können. Gleichermaßen erwartet der Vorstand, den Verlust im operativen EBIT aus dem ersten Halbjahr kompensieren zu können und somit für das Gesamtjahr ein positives Ergebnis auszuweisen, wenngleich dieses deutlich unter Vorjahr liegen wird.

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