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18.08.2019

Meldung

17.07.2019: Wassermanagement-System und modernste Sanitärarmaturen von Schell für die VACUUMSCHMELZE in Hanau

Hygiene mit Zukunftsperspektive

Der Hauptsitz der VACUUMSCHMELZE GmbH & Co. KG in Hanau ist zugleich der bedeutendste Produktionsstandort der VAC mit rund 1.500 Mitarbeitern. Foto: VACUUMSCHMELZE

Durch Einsatz eines Wassermanagement-Systems und moderner elektronischer Sanitärarmaturen von Schell sichert die VACUUMSCHMELZE GmbH & Co. KG (VAC) die Einhaltung der Trinkwasserhygiene. Zugleich senkt das Unternehmen dabei die Verbrauchs- und Betriebskosten signifikant. Die Erneuerung und Erweiterung der Sanitärbereiche in einem Teil der Gebäude erfolgte 2017.

Als Beitrag zur Trinkwasserhygiene, der Wirtschaftlichkeit und einfachen Wartung, werden über das Schell Wassermanagement-System SWS die gesamten Entnahmestellen der Waschtisch-, Dusch- und Urinal-Armaturen vernetzt. Foto: SchellDie 1923 in Hanau gegründete VACUUMSCHMELZE ist heute ein weltweit führendes Unternehmen, das sich auf die Entwicklung, Fertigung und Anwendung magnetischer Werkstoffe spezialisiert hat. Rund 1.500 Mitarbeiter arbeiten am Stammsitz in Hanau. VAC-Produkte sind weltweit als ein wesentlicher Bestandteil industrieller Anwendungen und technischer Innovationen gefragt. Sie kommen unter anderem in der Mess- und Medizintechnik, bei der Erzeugung und Nutzung regenerativer Energien, im Schiffsbau und in der Automobil- und Luftfahrtindustrie zum Einsatz.

Neu gestaltete Sanitärbereiche

Aufgrund gestiegener Mitarbeiterzahlen wurden in Hanau Komplettsanierungen und Erweiterungen der Sanitärbereiche erforderlich. Diese werden zentral mit Warmwasser versorgt. Durch die intensive Nutzung der Wasch-, Dusch- und WC-Räume wies die Ausstattung ohnehin bereits deutliche Gebrauchsspuren und Verschleißerscheinungen auf. Auch wurden die veralteten Selbstschluss-Armaturen den Ansprüchen an den Nutzungskomfort sowie an eine zeitgemäße Optik und Hygiene nicht mehr gerecht. Die Umsetzung neuer Sanitärbereiche sollte nach modernsten Standards hinsichtlich Architektur, Funktionalität, Trinkwasserhygiene und Langlebigkeit erfolgen.

Aber nicht nur vor der Wand, sondern auch in der Wand wurde modernisiert: Dort wurden die Rohrleitungen erneuert. Ziel war es, mit Edelstahl einen hygienisch hochwertigen Werkstoff zu verwenden und zusätzlich durch eine schlanke Dimensionierung und durch das Einschleifen der Entnahmestellen den Wasserwechsel schon im normalen Betrieb zu fördern. Durch den Einsatz von elektronischen Armaturen mit Stagnationsspülprogrammen ergeben sich zudem neue Freiheitsgrade, was die Anordnung der Entnahmestellen im Raum angeht. Denn ohne automatische Stagnationsspülung müssen die Entnahmestellen gemäß DIN EN 806-2, Kap 8.1, nach der Häufigkeit ihrer Nutzung angeordnet sein: am Strangende sind die am häufigsten genutzten zu platzieren. Diese hygienisch bedingte Forderung trifft bei elektronischen Armaturen nicht zu, da es keine zu selten genutzten Entnahmestellen mehr geben kann. Darüber hinaus kann mit Hilfe eines Wassermanagement-Systems zu jeder Zeit, also auch während Betriebsunterbrechungen wie an Feiertagen etc., die regelmäßige Wasserentnahme über alle Sanitärarmaturen sichergestellt werden. Diese zentrale Forderung der VDI 6023 – das Spülen über die Entnahmestellen – lässt sich nur durch elektronische Armaturen, nicht aber allein durch die ebenfalls verbauten Spülstationen sicherstellen.

Vor diesem Hintergrund waren automatisch erfolgende Stagnationsspülungen für die VAC ein wichtiges Schutzkonzept zum Erhalt der Trinkwasserhygiene – insbesondere während der Betriebsferien. Mit dem Wasserwechsel erfolgt auch automatisch die Temperatureinhaltung in der Installation, indem kaltes Wasser und warmes Wasser regelmäßig bis an die Entnahmestellen herangeführt wird.

Mit ihrem puristischen Design passt die elektronische Schell Waschtisch-Armatur „Xeris E-T“ perfekt ins neue Waschraum-Ambiente. Sie zeichnet sich durch berührungslose Hygiene, hohen Warmwasser­komfort sowie maximale Sicherheit aus.  Fotos: Schell

All diese Anforderungen erfüllt das Wassermanagementsystem SWS des Armaturenspezialisten und Systemanbieters Schell, weshalb die Wahl der technischen Sanitärausstattung auch auf das Olper Unternehmen fiel. Produkte und Lösungen aus dem Hause Schell berücksichtigen wichtige Kriterien, die zum Credo des Hanauer Unternehmens gehören: Wirtschaftlichkeit, Ressourcenschonung und aktiver Umweltschutz. Den Entscheidern war es deshalb bei der Neugestaltung der Sanitärräume wichtig, die Faktoren Wassereinsparung, Energieeinsparung und Nutzungskomfort mit den Maßnahmen zur Einhaltung und Sicherung der Trinkwasserhygiene in eine optimale Balance zu bringen. Dazu holte das TGA-Planungsbüro INOVIS Ingenieure aus Frankfurt/Main den Schell Planerberater und Vertriebsbeauftragten Thomas Lehnhardt mit ins Boot. Gemeinsam unterstützten sie die VAC bei der Umrüstung der Sanitäranlage auf ein modernes und hygienisch einwandfreies Trinkwassersystem: Die Warmwasserbereitung erfolgt nun im Durchlaufprinzip über drei kaskadierte Frischwasserstationen, wodurch die Gefahr der Bakterienvermehrung von vorneherein nicht besteht. Das Trinkwasser wird also nicht mehr wie bisher in Speichern bevorratet. Zusätzlich übernimmt ein Schell Wassermanagement-System SWS den automatisierten Hygienebetrieb in der Verbindung mit robusten elektronischen Sanitärarmaturen von Schell an Waschtischen, Duschen und Urinalen.

Das Wassermanagement-System bietet auch für die Schell Duscharmaturen „Linus“ mit CVD-Touch-Elektronik praxisgerechte Flexibilität durch zentrale Parametrisierung und automatisierte Stagnationsspülungen. Foto: SchellDie Baumaßnahme

Die Sanitäranlagen wurden also komplett entkernt und von Grund auf erneuert. Basis bildet eine Metallständerwand-Konstruktion mit den Vorwandmodulen „Modul Montus“ von Schell. Diese kommen als vormontierte, selbsttragende Profil-Stahlrahmen auf die Baustelle und lassen sich in Höhe und Tiefe den Gegebenheiten anpassen. An den Urinalen kam die elektronische Wandeinbau-Spülarmatur „Compact II“ inklusive berührungsloser Urinalsteuerung „Edition E“ zum Einsatz.

Bei der Nutzung von Warmwasser setzte die VAC auf größtmöglichen Hygienekomfort. So wurden in den Duschbereichen zahlreiche Duschen „Linus“ als Unterputz-Armaturen und als Duschpaneele installiert. Alle Duscharmaturen sind mit hochentwickelter CVD-Touch-Elektronik ausgestattet. Diese ermöglicht eine einfache Auslösung per Fingertipp. Über den leichtgängigen Temperaturregler lässt sich die gewünschte Wassertemperatur thermostatisch geregelt, exakt einstellen. Ergänzend verfügen die Wasserstrecken über einen Verbrühungsschutz, der bei Ausfall der Kalt- auch die Heißwasserversorgung absperrt.

Alle Einzelwaschtische erhielten die innovative Schell Waschtisch-Armatur „Xeris E-Thermostat“. Entscheidende Argumente, die für diese elektronische Armatur sprechen, sind das ansprechende Design, hoher Hygienekomfort u. a. durch berührungslose Bedienung, der sparsame Wasserverbrauch und die integrierte Thermostatfunktion. Mit dem rechtseitigen Thermostatgriff lässt sich die Wunschtemperatur exakt und stabil justieren. Auch die „Xeris E-T“ ist mit integriertem Verbrühschutz bei 38 °C und automatischer Sicherheitsfunktion bei Ausfall des Kaltwassers ausgestattet.

Vernetzte Sanitärarmaturen durch Schell SWS

Das Schell Wassermanagement-System SWS vernetzt alle elektronischen Armaturen in den neuen Sanitärbereichen. Der Bauherr entschied sich für die kabelgebundene Variante. Dabei erfolgt die Datenübertragung über das Netzwerkkabel – ein handelsübliches Datenkabel (Mindestanforderung H(St)H 2x2x0,8) oder KNX Kabel, das gleichzeitig der Spannungsversorgung dient. Kabelbasierte SWS Netzwerke lassen sich frei von Netzwerktypologien individuell an die Gegebenheiten vor Ort anpassen. Stern-, Reihen- oder Baumstrukturen und auch Mischformen sind möglich, Endwiderstände sind nicht nötig. Weiterhin können Bereiche mit Funknetzen auch mit den kabelgebundenen Bereichen über einen einzigen SWS-Server angesteuert werden. Solche Mischformen bieten sich häufig in der Teilsanierung an, wenn einige Armaturen mangels Stromnetz über Batterien versorgt werden müssen. Selbst im Batteriebetrieb ist eine Funkansteuerung mit dem SWS von Schell möglich.

Durch CVD-Touch-Elektronik, Thermostat und Verbrühungsschutz bei 38°C sowie durch eine Klappmechanik für die einfache Revision eignet sich das Duschpaneel speziell für die Sanierung. Foto: SchellBei der VAC wurde jedoch jede elektronische Schell Armatur mit einem SWS BUS-Extender Kabel ausgestattet und dieser dann in das Kabelnetz eingebunden. Über diese Kabel erfolgen sowohl der Datenaustausch zwischen den Armaturen und dem Server, als auch die Stromversorgung der Armaturen und des Servers. Für letzteres gibt es das SWS BUS-Netzteil 30 V. Der zentrale Zugriff auf alle vernetzten Armaturen macht die Parametrisierung der Armaturen und die Inbetriebnahme der Installation besonders sicher und effizient. Per PC, Tablet oder Smartphone (iOS oder Android) können sehr komfortabel alle Einstellungen zentral vorgenommen und Funktionen ferngesteuert werden. Der Zugriff auf den Wassermanagement-Server funktioniert browserbasiert, somit war keine gesonderte Software-Installation nötig. Er erfolgt passwort-geschützt und ist mit jedem netzwerkfähigen Endgerät möglich.

Zur optischen Vereinfachung der Gruppenbildung und  Armaturenparametrierung besteht die Möglichkeit, Gebäude- bzw. Raumzeichnungen einzulesen. In diese Pläne können Symbole der im System befindlichen Armaturen per Mausklick eingefügt und mit den Einstellungen der jeweiligen Armatur verknüpft werden. Durch diese grafische Darstellung hat der Anwender zu jedem Zeitpunkt den Überblick über die relevanten Parameter seiner Trinkwasser-Installation.

Unter dem Menüpunkt „Geräte“ werden alle im Wassermanagement-System SWS integrierten Armaturen und Bus-Extender zentral konfiguriert. Einstellungen wie beispielsweise Laufzeit, Sensorreichweite und Stagnationsspülungen gelingen einfach und lassen sich jederzeit bedarfsgerecht anpassen. Das Zusammenfassen von Armaturen mit gleichen Parametern zu Gruppen ermöglicht die vereinfachte Inbetriebnahme der Armaturen. Denn nur durch diese Gruppenbildungen lassen sich im Falle von Stagnationsspülungen dieselben Fließgeschwindigkeiten in den Verteilleitungen erzeugen, die aus hygienischen Gründen notwendig sind, und die der Planer bei der Auslegung der Installation zugrunde gelegt hat.

Über diese hygienischen Aspekte hinaus lassen sich mit dem Wassermanagementsystem aber auch ganz pragmatische Lösungen realisieren wie zum Beispiel der Reinigungsstopp. Denn Sanitärräume werden nur dann gründlich gereinigt, wenn das Fachpersonal nicht fürchten muss, unabsichtlich über elektronische Armaturen nass zu werden. Daher können Reinigungszeitenim Programm definiert werden, in denen die Armaturen nicht auslösen. Dies ist z. B. Etage für Etage oder Raum für Raum möglich.
Funktionell und modern: eine der Urinalanlagen mit berührungs-losen Steuerungen "Edition E“. Foto: SchellFunktionell und modern: eine der Urinalanlagen mit berührungs-losen Steuerungen "Edition E“. Foto: Schell
Das Wassermanagement-System bringt der VAC also zahlreiche Vorteile, die vom Erhalt der Wassergüte bis hin zur vereinfachten Reinigung und vorausschauenden Wartung gehen. Darüber hinaus werden auf Wunsch sämtliche Nutzungen oder nur die Stagnationsspülungen und thermische Desinfektionen protokolliert, aber auch z.B. der Batteriezustand, Fehlfunktionen oder mittels nachrüstbaren Temperatursensoren auch die Einhaltung der im Regelwerk geforderten Temperaturen. All diese Daten können mit gängigen Office-Programmen ausgelesen und weiterverarbeitet werden. Die zentrale Steuerung und Überwachung der Armaturen sowie der vorgeschriebenen Hygienespülungen und deren Dokumentation erspart Rundgänge durchs Gebäude und manuelles Betätigen sämtlicher Armaturen.

Intelligenter Betrieb und Wirtschaftlichkeitsfaktoren

Mit dem Schell Wassermanagement-System SWS wird erstmals sichtbar, welche Sanitärarmaturen mit welcher Frequenz und Nutzungsdauer wann genutzt werden. Wasserlauf- und Nachlaufzeiten an einzelnen oder mehreren Armaturen können per SWS Software optimiert werden. Zu beobachten ist außerdem, dass Waschtische und Duschen, die im Lauf- bzw. Sichtbereich liegen, häufiger genutzt werden. An den weniger frequentierten Armaturen kann nach dieser Erkenntnis die Anzahl der Stagnationsspülungen angepasst werden, sodass die Einhaltung der Trinkwasserhygiene zu jeder Zeit an allen Entnahmestellen gewährleistet ist.

Das Schell Wassermanagement-System SWS dient also in erster Linie der Vorsorge, damit in den Entnahmestellen und Stichleitungen die Wahrscheinlichkeit einer gefährlichen bakteriellen Kontamination  minimiert werden kann. In zweiter Linie dient es der Wirtschaftlichkeit. Ändert sich im Laufe der Zeit der Nutzungsbedarf der Sanitärräume oder das Hygieneverhalten der Mitarbeiter, dann kann die VAC ihre Sanitärarmaturen jederzeit exakt den Betriebsanforderungen anpassen.

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