Denkschubser   |   

Man muß Produkte aus dem Markt nehmen, bevor der Wettbewerber einem diese Aufgabe abnimmt.    Reinhold M.Fries

16.09.2019

Meldung

20.05.2019: IWO: Modernisierter Altbau nimmt an Modellvorhaben teil

Erneuerbarer Brennstoff im Tank: Berliner Familie setzt auf Zukunft

Der Tank im Keller und die Solarstromanlage auf dem Dach liefern Energie für die Strom- und Wärmeversorgung der Familie Reuter. Foto: IWO

Die Zukunft im Tank – bei Familie Reuter in Berlin-Spandau lagert nicht nur herkömmliches Heizöl im Keller. Beim letzten Nachtanken gab es einen neuen flüssigen Energieträger dazu. Seitdem ist dem Heizöl knapp zur Hälfte treibhausgasreduzierter Brennstoff beigemischt. Damit nimmt die Familie an einem Forschungsprojekt des Instituts für Wärme und Oeltechnik (IWO) teil und testet den klimaschonenden Energieträger der Zukunft im Alltag.

Die Heizung ist das Herzstück des Hauses: Reicht die Solarenergie nicht aus, springt die Öl-Brennwertheizung ein. Foto: IWOZuvor hatte die Familie ihr 47 Jahre altes Haus modernisiert: Das Dach erhielt eine 25 Zentimeter dicke Dämmschicht und auch der Rest der Gebäudehülle wurde energetisch verbessert. Das Herzstück des Gebäudes wurde ebenfalls erneuert: Der alte Heizkessel ist durch ein modernes Öl-Brennwertgerät ersetzt worden und spart nun ordentlich Energiekosten ein. Zusätzlich setzen die Reuters auch auf erneuerbare Energie: Eine Solarstromanlage mit 6,4 Kilowatt Leistung auf dem Dach senkt die Energiekosten weiter – übrigens nicht nur die für Strom. Sind alle elektrischen Geräte im Haus mit Energie versorgt, wird der Ökostrom dafür genutzt, um über einen elektrischen Heizstab das Wasser für Heizung und Warmwasser im 500-Liter-Speicher zu erwärmen. So unterstützt die Solaranlage auf dem Dach über das sogenannte Power-to-Heat-Prinzip auch die Heizung im Keller und hilft, Heizöl einzusparen.

Die Heizung ist das Herzstück des Hauses: Reicht die Solarenergie nicht aus, springt die Öl-Brennwertheizung ein. Foto: IWOMit der neuen Dämmung und der modernen Heizungsanlage verbraucht das Haus jetzt nur noch etwas mehr als die Hälfte des ehemaligen Energiebedarfs: Vor der Modernisierung waren etwa 2.700 Liter Heizöl pro Jahr nötig, um Räume und Wasser zu erwärmen. Jetzt sind es nur noch knapp 1.400 Liter.

Neue Fuels können völlig problemlos dem Heizöl beigemischt werden
Die Brennstoff-Mischung im Tank wird von der modernen Öl-Brennwertheizung übrigens problemlos in Wärme umgewandelt. Treibhausgasreduzierte flüssige Brennstoffe können zukünftig eine wichtige Rolle in der Energieversorgung spielen. Dabei geht es um die Herstellung erneuerbarer flüssiger Kohlenwasserstoffe auf Basis unterschiedlicher Rohstoffquellen. Bei der Auswahl der Rohstoffe wird eine Nutzungskonkurrenz zu Agrarflächen oder Nahrungsmitteln bewusst vermieden. Aufgrund des absehbar großen Bedarfs werden neben fortschrittlichen Biobrennstoffen auch synthetische Energieträger, wie sogenannte E-Fuels, benötigt. „Dank ihrer Drop-In-Fähigkeit können die neuen flüssigen Energieträger bestehenden Brennstoffen in zunehmend höheren Anteilen beigemischt werden, bis sie diese ganz ersetzen. Heutige Öl-Brennwertheizungen erhalten so langfristig eine klimaneutrale Perspektive“, erklärt IWO-Geschäftsführer Adrian Willig.

Die Mischung macht´s: Die effiziente Öl-Brennwertheizung, die Solarstromanlage und der Heizöl-E-Fuel-Mix im Tank sorgen dafür, dass das Haus jetzt eine gute CO2-Bilanz vorweisen kann. Foto: IWO80 Prozent weniger CO2

Die Solarstromanlage auf dem Dach des Berliner Gebäudes produziert jährlich zwischen 6.400 und 6.900 Kilowattstunden (kWh). Der externe Strombezug konnte so von rund 6.000 auf 4.150 kWh pro Jahr reduziert werden. So kann sich auch die CO2-Bilanz des modernisierten Altbaus in Spandau sehen lassen: Mit Dämmung, Solaranlage, neuer Heizung und dem neuen Fuel im Tank reduzierte Familie Reuter ihren ökologischen Fußabdruck für Strom- und Wärmeversorgung ganz beachtlich: Fast 80 Prozent weniger CO2 produziert das Haus gegenüber der Zeit vor der Modernisierung. Mehr Informationen unter www.zukunftsheizen.de/praxisbeispiele.

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