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Ich schlief und träumte, das Leben sei Freude. Ich erwachte und sah, das Leben ist Pflicht. Ich tat meine Pflicht und siehe, das Leben ward Freude.    Tagore

14.08.2020

Meldung

11.01.2020: Novelle des Kraftwärmekopplungsgesetzes (KWKG)

Bonus für erneuerbare Wärme muss auch für mit Biomasse befeuerte KWK-Anlagen gelten

Plattform EE BW fordert Technologieneutralität

Die Energiewende nimmt weiter Fahrt auf und zurecht rückt auch die Wärmeversorgung stärker in den Fokus. Das gilt nicht nur für Haushalte. Eine unmittelbare Folge der Beschlüsse zum Kohleausstieg ist auch die Dekarbonisierung der Kraftwärmekopplung und in Konsequenz auch der weitere Ausbau der Wärmenetze. „Es ist jetzt ganz besonders wichtig, dass die richtigen Akzente gesetzt werden, um langfristig eine gesicherte und effiziente Energiebereitstellung zu gewährleisten“, sagt Frank Scholl, stellvertretender Vorsitzender der Plattform Erneuerbare Energien Baden-Württemberg.

Im Vorschlag zur Novellierung des Kraftwärmekopplungsgesetzes (KWKG) soll ein Bonus für erneuerbare Wärme eingeführt werden. Eine KWK-Anlage, die z.B. in ein Wärmenetz einspeist oder industrielle Prozesswärme bereitstellt, kann nach dem Entwurf des KWKG unter bestimmten Voraussetzungen einen erhöhten KWK-Zuschlag auf den eingespeisten Strom erhalten. Davon ausgenommen ist faktisch allerdings die energetische Verwertung von erneuerbaren Brennstoffen wie Holz und Biogas, da es sich nach Ansicht des Gesetzgebers nicht um „innovative erneuerbare Wärme“ handelt.

„Grundsätzlich halten wir die Einführung eines Bonus für erneuerbare Wärme für den richtigen Weg, um Anreize für effiziente Wärmenetze zu schaffen. Für uns völlig unverständlich ist jedoch, weshalb die Wärmeerzeugung aus Biomasse faktisch davon ausgenommen werden soll. Wer mehr erneuerbare Wärme will, darf die Hauptenergieträger mit weiterem Potenzial nicht benachteiligen, sondern die gleichen Anreize für alle setzen“, sagt Franz Pöter, Geschäftsführer der Plattform Erneuerbare Energien. Die Branchen-Dachorganisation hat sich deshalb mit der Bitte an Umweltminister Franz Untersteller gewandt, sich im Rahmen der Beteiligung der Bundesländer im Gesetzgebungsverfahren für eine technologieneutrale Ausgestaltung einzusetzen.

Für den Betreiber eines KWK-Systems macht es nach dem Vorschlag wirtschaftlich keinen Unterschied, ob er seine KWK-Anlage mit fossilen Brennstoffen oder mit EE-Brennstoffen befeuert. Dieser Ansatz wird umso unverständlicher, wenn man bedenkt, dass gerade die Biomasse über erhebliche Potenziale verfügt und einen wesentlichen Beitrag zum weiteren Ausbau der Erneuerbaren Wärme erbringen kann. Bereits heute ist die Biomasse der Eckpfeiler der Wärmewende. Ein Ausschluss der Biomasse aus der Bonusregelung ist im Vergleich zu anderen Erneuerbaren Energien nicht zielführend.

Plattform EE BW fordert Technologieneutralität
Um den Ausbau der Dekarbonisierung fossiler Energieanwendungen voran zu treiben, muss es einen fairen Wettbewerb zwischen den verschiedenen EE-Wärmetechnologien geben. Der KWK Bonus sollte deshalb technologieneutral sein, und keine EE-Wärme-Technologie pauschal ausschließen. Nur so kann sichergestellt werden, dass die Dekarbonisierung der Wärmeerzeugung effizient und ökologisch sinnvoll erfolgt. Technologieunabhängig werden nur nachhaltige Lösungen zum Erfolg der Wärmewende beitragen.

ÜBER DIE PLATTFORM EE BW
Die Plattform Erneuerbare Energien Baden-Württemberg e.V. ist eine Dachorganisation der Verbände und Unternehmen aus dem Bereich der erneuerbaren Energien in Baden-Württemberg. Der Verein wurde im März 2019 gegründet und setzt sich für den schnellen Ausbau der Erneuerbaren Energien und die sektorenübergreifende Umsetzung der Energiewende in Baden-Württemberg ein.

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