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Die feinsten und zähesten Fesseln spinnt man aus Lob.    Charles Tschopp

20.01.2020

Meldung

19.12.2019: IWO: Geplante Beschlüsse benachteiligen ländlichen Raum

Steuerliche Förderung von Heizungsmodernisierungen
Auch ölbeheizte Gebäude können die Klimaziele erreichen. Bild: IWO

Durch die – nach der Einigung im Vermittlungsausschuss absehbaren – Beschlüsse von Bundestag und Bundesrat zur Neuordnung der Heizungsförderung im Rahmen der steuerlichen Förderung der Gebäudesanierung werden Millionen Hauseigentümer im ländlichen Raum eklatant benachteiligt. Dazu Adrian Willig, Geschäftsführer des Instituts für Wärme und Oeltechnik (IWO): „Zum einen wird durch eine höhere CO2-Bepreisung die finanzielle Belastung der Menschen gesteigert, zum anderen wird ihnen zugleich eine attraktive Förderung vorenthalten, wenn sie durch eine Heizungsmodernisierung den Treibhausgas-Ausstoß senken wollen.“

Betroffen sind vor allem die Besitzer von rund drei Millionen ölbeheizten Gebäuden in außerstädtischen Gebieten, wo keine Fernwärme- oder Gasleitungen liegen. „Dass es sinnvoll ist, bei der Heizungsmodernisierung zunehmend auf erneuerbare Energien zu setzen, ist vor dem Hintergrund der Klimaschutzziele unstrittig“, so Willig. „Doch eine sofortige komplette Umstellung ist aus technischen oder finanziellen Gründen vielfach gar nicht möglich. Hybridsysteme – die moderne Öl-Brennwerttechnik mit erneuerbaren Energien, etwa Solaranlagen, verknüpfen – würden daher einen wichtigen Beitrag zur Senkung der CO2-Emissionen leisten.“ Hier aber wird die jetzt getroffene Regelung Eigentümer mit Ölheizung klar benachteiligen – und zwar in der Größenordnung von mehreren tausend Euro.

Hybrid-Förderung besser technologieoffen gestalten

„Ziel einer nachhaltigen Klimapolitik sollte es sein, den Treibhausgasausstoß zu reduzieren, und nicht das Wohnen zu verteuern“, erklärt Willig. Daher sind Nachbesserungen am aktuellen Beschluss dringend erforderlich. Eine attraktive Förderung von Öl-Hybridheizungen würde für mehr soziale Gerechtigkeit und eine verstärkte Einbindung erneuerbarer Energien sorgen. Dies ist auch deshalb wichtig, weil Ölheizungen nicht rein fossil betrieben werden müssen. „Durch den künftigen Einsatz fortschrittlicher Biobrennstoffe oder synthetischer Fuels auf Basis von Power-to-X haben auch Gebäude mit Ölheiztechnik eine klimaneutrale Perspektive“, so Willig. Daher besteht auch nicht die Gefahr von Lock-in-Effekten.

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