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12.12.2019

Meldung

15.11.2019: ZVSHK ERSTELLT MACHBARKEITSSTUDIE ZUR AMBULANTEN PFLEGE IM BAD

Der Zentralverband Sanitär Heizung Klima (ZVSHK) hat im November eine Machbarkeitsstudie zum Thema Pflegebad gestartet. Gefördert wird das Projekt vom Spitzenverband der Kranken- und Pflegekassen in Deutschland (GKV). Ziel des Forschungsvorhabens ist es, die Ausführung und Zuschussfinanzierung pflegerechter Bäder im Rahmen einer Wohnungsanpassung über die Pflegeversicherung zu optimieren.

Das Prinzip „ambulant vor stationär“ kennzeichnet längst die Pflege-Realität. 2,59 Millionen Personen, das sind etwas mehr als drei Viertel aller Pflegebedürftigen, sind im letzten Erhebungsjahr 2017 zu Hause versorgt worden. In 10 Jahren wird sich diese Zahl auf 4,5 bis 5 Millionen Pflegebedürftige weiter erhöhen. Um diese ambulante Versorgung insbesondere im Badezimmer sicherzustellen, ist die bauliche Kompetenz des SHK-Handwerks gefragt.

Möglichst lange ein selbstbestimmtes Leben in den eigenen vier Wänden führen – diesem Wunsch vieler älterer Menschen steht oft entgegen, dass das Badezimmer in seiner Schlüsselfunktion nicht passend ausgestattet ist. Annähernd neun Millionen Kleinstbäder sorgen auf nicht einmal sechs Quadratmeter für beengte Verhältnisse. „Doch was genau fehlt im Bad? Welche baulichen Anforderungskriterien sind zu berücksichtigen? Wie gelingt ein Umbau? Wie kann die Pflege im Bad optimal gelingen? Wie sieht ein passendes Qualifikationskonzept für das Handwerk aus? Antworten auf diese Fragen will das Sanitärhandwerk mit seinem neuen Forschungsprojekt ermitteln“, sagt Hauptgeschäftsführer Helmut Bramann vom ZVSHK.

Der Notfall ist heute oft an der Tagesordnung. Bedingt durch Unfall oder Krankheit lassen sich die vertrauten vier Wände nicht mehr wie bisher bewohnen. Oft muss unter Zeitdruck nach einer Lösung gesucht werden, damit das Zuhause – und insbesondere Bad und WC – nach Krankenhausaufenthalt oder Reha-Maßnahme weiter genutzt werden können.

Der ZVSHK hat aus der täglichen Praxis seiner Mitgliedsbetriebe heraus eine Fülle von Fakten zusammengetragen. Schon die 2018 veröffentlichte ZVSHK-Studie „Erfolgsfaktor Badezimmer für die ambulante Pflege“ hat offenbart, dass Bäder, die über einen Pflegezuschuss angepasst wurden, für die ambulante Pflege nicht hinreichend nutzbar sind. Matthias Thiel, beim ZVSHK als Koordinator mit den Themen rund um den demographischen Wandel vertraut, sieht dringenden Handlungsbedarf: „Es mangelt gegenwärtig an einer baulichen Qualitätssicherung, die gewährleistet, dass Leistungen der Pflegeversicherung an Pflegebedürftige im Rahmen der Wohnungsanpassung adäquat eingesetzt werden. Statt Stückwerk von unprofessioneller Hand bedarf es zukünftig klarer baulicher Empfehlungen, damit Fördergeld tatsächlich bestmöglich eingesetzt wird und nachhaltig wirken kann.“

Das jetzt vom ZVSHK initiierte Forschungsvorhaben wird sich in einer Analyse-, Bewertungs- und Umsetzungsphase mit den Notwendigkeiten im Pflegebad auseinandersetzen. Innerhalb von zehn Monaten werden Experten-Workshops mit Handwerkern, mit Industrievertretern, mit Architekten und Planern sowie mit Pflegekräften und pflegenden Angehörigen durchgeführt.

Bei den insgesamt über 46 Millionen Bestandsbädern in Deutschland gibt es gängige Grundrisse. Sie lassen sich in Bezug auf Umbau, Ausstattung und Kosteneffizienz bewerten. Und zum Nutzen der Baufachleute entstehen daraus Handlungsempfehlungen. Darüber hinaus sollen sowohl das SHK-Fachhandwerk als auch Architekten von einem Weiterbildungskonzept profitieren, um fachgerecht pflegegerechte Bäder auszuführen. 

Projektpartner sind das SIBIS Institut für Sozial- und Technikforschung, die Dr. Lautsch & Lautsch-Wunderlich Architekten sowie die GSW Sigmaringen (Gesellschaft für Siedlungs- und Wohnungsbau). Die Veröffentlichung der Forschungsergebnisse ist im Herbst 2020 geplant. Der ZVSHK wird hierzu seinen fachlichen Dialog mit dem Bundesgesundheitsministerium und dem Spitzenverband der gesetzlichen Kranken- und Pflegekassen weiterführen.

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