Denkschubser   |   

Ideale sind wie Sterne. Wir können sie nie erreichen, bestimmen aber wie Seeleute mit ihrer Hilfe unseren Kurs.    Carl Schurz

25.03.2019

Meldung

28.12.2018: IWO: Optionen für Bestandsbauten

Öl-PV-Heizung kann Wärmeversorgung gut unterstützen

Sonnenstrom für die Strom- und Wärmeversorgung: Blick auf eines der Gebäude des aktuellen Modellvorhabens im nordrhein-westfälischen Ense. Foto: IWO

Der Einsatz moderner Effizienztechniken und die Kombination klassischer und erneuerbarer Energien sind konkrete Optionen, mit denen der Treibhausgasausstoß für die Strom- und Wärmeversorgung von Gebäuden gesenkt werden kann. Bei Ein- und Zweifamilienhäusern bietet die Kombination von Ölgeräten und Photovoltaik (PV)-Anlagen vielversprechende Möglichkeiten. Das zeigen Modellvorhaben des Instituts für Wärme und Oeltechnik (IWO).

Eine erste Untersuchung von Öl-PV-Heizungen umfasste deutschlandweit neun Gebäude. Die Voraussetzungen bestanden aus dem Vorhandensein einer Ölheizung, einem Wärmespeicher mit Einbaumöglichkeit für einen Elektroheizer sowie einer PV-Anlage auf dem Dach. Um die Heizungsanlagen Power-to-Heat (PtH)-fähig zu machen, wurde jeweils nur noch ein intelligent ansteuerbares elektrisches Heizelement in den Wärmespeicher integriert. Die an diesem Vorhaben beteiligten Ein- und Zweifamilienhäuser haben ein komplettes Jahr durchlaufen. Je nach Objekt lag die zur Wärmeerzeugung genutzte Solarstrommenge zwischen 196 und 2.569 kWh. Dies entspricht einer äquivalenten Heizölmenge von 19 bis 255 Litern. Der Eigenverbrauchsanteil an Solarstrom konnte durch die Öl-PV-Heizungstechnologie von durchschnittlich 27 auf 48 Prozent gesteigert werden. 21 Prozent des PV-Ertrags landeten im Schnitt im Heizstab und dienten so der Wärmeversorgung des Gebäudes.

Eine Öl-PV-Heizung mit Warmwasser-Wärmepumpe ermöglicht einen effizienten und ökonomisch attraktiven Betrieb von Strom- und Wärmeversorgung. Bild: IWO, ViessmannDie Ergebnisse zeigen, dass die Einbindung von PV-Anlagen in ölbasierte Hybridheizungen bereits heute eine sinnvolle Option für Hausbesitzer ist, die ihren Solarstrom-Eigenverbrauchsanteil und Autarkiegrad erhöhen möchten und andererseits weiterhin auf die Vorteile einer speicherbaren Energie setzen wollen. Kommt dabei als Elektroheizer ein vergleichsweise kostengünstiger – aber auch nur begrenzt effizienter – Heizstab zum Einsatz, liegen die Wärmegestehungskosten in Höhe der EEG-Einspeisevergütung, die der Anlagenbetreiber sonst im Fall der Netzeinspeisung erhalten würde. Bei neuen PV-Anlagen sind dies 12,2 Cent je kWh, bei älteren PV-Anlagen mehr. Daher sind heizstabbasierte Lösungen aus finanzieller Sicht für Hausbesitzer dann interessant, wenn die Einspeisevergütung der eigenen PV-Anlage nach 20 Jahren endet und sie damit deutlich weniger Geld für ins Netz eingespeisten Solarstrom erhalten.

Variante mit Warmwasser-Wärmepumpe

Ist der bisherige Warmwasserspeicher bereits in die Jahre gekommen oder muss ohnehin in eine neue Trinkwassererwärmung investiert werden, ist zur Schaffung einer Öl-PV-Heizung die Installation eines hybriden Wärme-speichers, der sowohl von einem Öl-Brennwertkessel als auch von einer ab Werk oben auf dem Wärmespeicher aufmontierten Warmwasser-Wärmepumpe beheizt werden kann, empfehlenswert. Ein solcher hybrider Wärmespeicher wird häufig als Warmwasser-Wärmepumpe bezeichnet. Diese Variante ermöglicht einen im Vergleich zum Heizstab effizienteren und bei Nutzung ansonsten ins Netz eingespeisten Solarstroms aus neueren PV-Anlagen heute bereits ökonomisch attraktiven Betrieb. Eine solche Hybridvariante mit solarstromüberschussbetriebener Warmwasser-Wärmepumpe betreibt das IWO seit Sommer 2018 im Rahmen einer Er-weiterung des ursprünglichen Öl-PV-Heizungs-Modellvorhabens in einem Zweifamilienhaus im hessischen Alsfeld.

Die Messergebnisse aus den ersten knapp 150 Tagen liegen bereits vor. Die PV-Anlage produzierte in diesem Zeitraum 3.836 kWh, davon wurden 35 Prozent im Haus genutzt, allein 395 kWh durch die Warmwasser-Wärmepumpe. Der Strom-Autarkiegrad des Gebäudes erreichte 45 Prozent. Da die Warmwasser-Wärmepumpe neben dem Solarstrom auch kostenlose Umweltwärme aus der Außenluft ins System einbindet, erzeugt sie mit jeder eingesetzten kWh Solarstrom rund 2 kWh Wärme. Für die Erzeugung der so produzierten Wärmemenge hätte das Ölheizgerät etwa 92 Liter Heizöl einsetzen müssen. Insgesamt konnten in dem Zeitraum der Stromzukauf um 1.337 kWh verringert und zusätzlich 2.522 kWh Solarstrom gegen Vergütung ins öffentliche Stromnetz eingespeist werden. Eine Öl-PV-Hybridheizung wie im Falle des Alsfelder Gebäudes lässt sich mit heute bereits bewährter, marktgängiger Technik umsetzen und besonders einfach installieren. Für eine solche Kombination von Warmwasserspeicher und Wärmepumpe haben zahlreiche Heizgerätehersteller erprobte Lösungen im Angebot. Die Mehrkosten für diese Variante lagen bei dem Modellvorhaben in Alsfeld gegenüber einer Investition, die nur Brennwertgerät und klassischen Warmwasserspeicher umfasst hätte, bei rund 3.132 Euro.

Alle News von Institut für Wärme und Oeltechnik e.V. (IWO) anzeigen


Telefon:  040 - 2351130

Institut für Wärme und Oeltechnik e.V. (IWO)
Institut für Wärme und Oeltechnik e.V. (IWO)
Süderstr. 73a
20097 Hamburg
Deutschland
Schließen
Diese News weiterempfehlen:
Send this form

*) Pflichtfelder

Ihre Mail-Adresse und die Mail-Adresse des Empfängers werden ausschließlich zu Übertragungszwecken verwendet.

Nach oben