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Wenn du einmal Erfolg hast, kann es Zufall sein. Wenn du zweimal Erfolg hast, kann es Glück sein. Wenn du dreimal Erfolg hast, so ist es Fleiß und Tüchtigkeit.    franz. Sprichwort

18.03.2019

Meldung

20.12.2018: Remeha: Strom und Wärme aus einem Gerät

Die BHKW-Technik als wichtiger Teil der effizienten Zukunft

Frank Draber ist Leiter der Anlagentechnik bei Remeha und Experte auf dem Gebiet der KWK-Technologie.
Bild: Remeha GmbH, Emsdetten

Wir befinden uns mitten in der Energiewende – und viele Heizungsbetreiber setzen bereits auf zukunftsweisende Konzepte bei der Beheizung ihrer Immobilien. Hier sind in erster Linie die Wärmepumpe zu nennen. Als äußerst effiziente Möglichkeit der Energieversorgung im Gebäude gilt jedoch auch die BHKW-Technologie. Frank Draber, Leiter Anlagentechnik bei Remeha, beantwortet die wichtigsten Punkte zur Technik und zeigt auf, welche Rolle sie in der Zukunft spielen könnte.

„Mit Einführung der Remeha ELW BHKW Serie haben wir begonnen den Systemgedanken im Commercial Sektor zu integrieren.“ Bild: Remeha GmbH, EmsdettenHerr Draber, die BHKW-Technik ist schon seit längerem am Markt zu finden. Oft wird sie in größeren Liegenschaften oder im industriellen Bereich eingesetzt. Im Ein- und Zweifamilienhaus ist sie eher seltener zu finden. Ist das ein Zweig, der nicht unbedingt für diese Technik geeignet ist?

Frank Draber: Der KWK Markt in Deutschland war bis 2010 ein Wachstumsmarkt, der nur von „Insidern“ beachtet wurde. Durch das Ereignis Fukushima ist das Thema „Energiewende Deutschland“ öffentlich deutlich stärker unter Beobachtung – jetzt erneut durch das Thema Energiewende und EEG Umlage. Der Markt kannte – wie Sie richtig beobachtet haben - die Anwendung KWK nur für Industrie, Gewerbe und größeren Wohnanlagen. Die kleineren Einheiten wurden zunächst nicht betrachtet, da KWK im kleinem Leistungsbereich noch nicht umfänglich verfügbar war. Seit 2012 gibt es allerdings kleine Einheiten - Verbrennungsmotoren, Stirlingmotoren, Brennstoffzellen - die einen Einsatz in Ein- und Zwei-Familienhäusern sinnhaft ermöglichen.

Sie sehen, neue Technologien benötigen immer eine gewisse Anschubphase, bis diese vom Nischenprodukt den Weg in den Alltag finden. Die durchaus komplexere Technik benötigt zudem speziellere Kenntnisse in der Heizungs- und Elektrotechnik, diese müssen flächendeckend vermittelt werden.

Sind BHKW schon eine Alternative zu anderen Wärmeerzeugern oder doch eher noch eine Nischen-Lösung?

Frank Draber: Momentan beobachten wir in den Bereichen Mobilität, Heizen etc. einen sehr starken Drang hin zu immer mehr rein elektrischen Lösungen. Der Netzausbau in Deutschland ist sicherlich nicht in der Geschwindigkeit unterwegs, wie es nötig wäre. Dennoch, BHKW können, wenn der entsprechende Brennstoff vorhanden ist, dezentral Strom und Wärme zur Verfügung stellen. Moderne BHKW verfügen schon heute über regeltechnische Strategien zur Einbindung in Smarte Netze, Ladung von E-Fahrzeugen etc.

Durch die serienreife Entwicklung der Klein-BHKW, ist diese Technologie also schon lange keine Nischenlösung mehr. Die Konkurrenz mit anderen Technologien braucht die KWK daher nicht zu fürchten.

Welche Leistungsklassen können Sie dem Markt liefern?

Frank Draber: Remeha bietet heute ein breites Leistungsspektrum an KWK-Modulen. Die kleinste Einheit hat 2 kW, die aktuell größte Einheit 50 kW elektrische Leistung.

Damit bietet Remeha für jeden Einsatzbereich die richtige Lösung. Wie steht es um Sonderbauformen?

Frank Draber: Die heutigen serienmäßig im Markt verfügbaren BHKW bieten eine große Range der Marktabdeckung. Sonderbauformen bedürfen immer der sehr speziellen Planung zu sehr speziellen Anwendungen. Aktuell agieren wir daher ausschließlich mit Serienprodukten.

Produkte sind das Eine. Aber auch Service ist ein wichtiger Baustein, um am Markt erfolgreich zu sein. Welchen Umfang an Dienstleistungen bietet Remeha Ihren Kunden?

Frank Draber: Das ist richtig, mit Einführung der Remeha ELW BHKW Serie haben wir begonnen den Systemgedanken im Commercial Sektor zu integrieren. Wir haben mit der Zeit ein System aus klassischen Wärmeerzeugern, BHKW, Puffern und Regeltechnik entwickelt, das einfach, effizient und nachhaltig ist. Dieses System ist sicherlich nicht die einzig machbare Lösung. Wir haben damit sehr viele positive Erfahrungen gesammelt.

„Mit Einführung der Remeha ELW BHKW Serie haben wir begonnen den Systemgedanken im Commercial Sektor zu integrieren.“ Bild: Remeha GmbH, EmsdettenDie Entwicklung solcher Systeme bedingt die gute Beratungsleistung bei solchen Projekten. Wir versuchen immer alle Beteiligten zu einem anstehenden Projekt an einen Tisch zu bekommen, damit alle Schnittstellen von Anfang an klar definiert werden und Zuständigkeiten eindeutig sind.

Neben der Beratungsleistung bieten wir auch messtechnische Unterstützung, beispielsweise Volumenstrommessungen, in Bestandsanlagen an. Die „gute“ Hydraulik in solchen Systemen bestimmt den Erfolg der Maßnahme. Weitere Angebote sind Vollwartungsverträge für die BHKW, 10 Jahre Teilegarantie für Heizkessel mit einer Leistung >45 kW und natürlich Wirtschaftlichkeitsprognosen für den Einsatz des BHKW.

Wir haben zudem vor Jahren eine spezielle Abteilung gegründet, die sich mit Systemtechnik im Commercial Sektor beschäftig. Die zehn Personen dieser Abteilung sind ausgebildete Spezialisten für Großanlagentechnik und können nicht nur das Thema BHKW beraten. Heute haben wir das System so verfeinert, dass wir mit nahezu den gleichen Komponenten anstatt eines BHKW eine elektr. Wärmepumpe, eine Gasabsorptionswärmepumpe, thermische Solaranlage etc. einbinden können. Das ist für uns echter Systemgedanke.

Das Thema Förderungen ist für die meisten Bauherren ein weiterer wichtiger Aspekt. Können Sie etwas zu diesem Thema sagen? Bietet Remeha in diesem Zweig Unterstützung an?

Frank Draber: Die Förderlandschaft in Deutschland ist deutlich ausgeprägt und kann häufig ein wesentlicher Faktor der Kaufentscheidung sein. Neben den staatlichen Förderungen gibt sehr viele regionale Töpfe. Oftmals sind die Förderungen kumulierbar oder schließen sich aus, hier immer aktuell zu sein ist eine große Herausforderung. Wir arbeiten daher mit einem Dienstleister zusammen, der neben dem klassischen Förderservice auch einen Betreiberservice bietet.

Herr Draber, gibt es wichtige Punkte, die unbedingt bei der Planung bzw. am Aufstellort beachtet werden müssen?

Frank Draber: Für Verbrennungsmaschinen gelten in vielerlei Hinsicht die gleichen Anforderungen wie bei konventionellen Wärmeerzeugern. Die Gesetzgebung in Deutschland hat dies gut geregelt. Nur die gesetzlichen Vorgaben für Betrieb und Aufstellung zu beachten, heißt jedoch nicht, dass die Anlage entsprechend störungsfrei und wirtschaftlich betrieben werden kann. Hydraulik und Regeltechnik sind ebenso Eckpfeiler wie der Schallschutz. Gerader letzterer bedarf immer einer gesonderten Betrachtung.

Wir von Remeha bieten heute unterschiedliche getestete Systemvarianten an. Diese Vorschläge sind kein „Remeha-Gesetz“, erleichtern aber die Gesamtplanung und Ausführung bis zur Inbetriebnahme für alle Beteiligten.

Muss im Bereich der Abgastechnik ebenfalls etwas beachtet werden?

Frank Draber: Generell müssen Abgassysteme immer tauglich und zugelassen sein. Da BHKW mit höheren Abgasdrücken arbeiten, gibt es von nahezu jedem Abgashersteller entsprechende Lösungen. BHKW sind oftmals Beistellösungen zu konventionellen Wärmeerzeugern, das heißt in der Regel werden zwei Abgasanlagen notwendig sein. Bei Planung in Neubauten ist dies kalkulierbar, in Bestandsbauten kann der Aufwand deutlich größer ausfallen, oder sogar Projekte scheitern lassen.

Remeha hat in den letzten vier Jahren des häufigeren Abgaszusammenführungen von konventionellen Wärmeerzeugern und KWK-Anlagen umgesetzt. Alle diese Anlagen weisen seit Inbetriebnahme einen störungsfreien Betrieb auf. Diese Art der Abgasführung ist normativ allerdings nicht erfasst. Erstmal heißt dies, es ist nicht verboten. Vor Planung einer solchen Abgasanlage sind jedoch zwingend die Freigaben aller Beteiligten einzuholen.

Lassen Sie uns abschließen noch einen Blick in die Glaskugel werfen. Wo sehen Sie die BHKW-Technik in der Zukunft?

Frank Draber: Die berühmte Glaskugel in der Versorgungstechnik hat sich schon manches Mal zur trüben Tasse entwickelt. Das Potential für solche Technologien in Deutschland ist aber enorm. Die Technik ist ausgereift, verfügbar und beherrschbar. Gesetzliche Vorgaben, wie EnEV und EEWärmG und EWärmeG werden in der Regel erfüllt. Strom und Wärme können dort produziert werden, wo diese benötigt werden. Dennoch, in der Vergangenheit haben politische Entscheidungen immer wieder dem BHKW Markt leichte Dellen verpasst. Ich gehe davon aus, dass bei stabilen politischen Rahmenbedingungen, die Zahl der KWK Anwendungen stetig zunehmen wird und einen nicht unwesentlichen Beitrag zur Energiewende leisten werden.

Vielen Dank für das freundliche Gespräch.

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